Zugspitztrek

Zugspitztrek

Wir haben sie endlich geschafft – die Zugspitze! Zusammen mit acht weiteren Wandersleuten und Martl – unserem ebenfalls fotoambitionierten Bergführer und Barfußgeher aus Leidenschaft – sind wir im Rahmen einer 4-Tagestour diesen Sommer bei strahlendem Sonnenschein auf den höchsten Berg Deutschlands (2.962 m) gewandert.

Blick in die Tiefe der Höllentalklamm

Blick in die Tiefe der Höllentalklamm

Die Tour führt am ersten Tag von Garmisch aus durch die beeindruckende tosende Höllentalklamm, über den Minenweg an den Knappenhäusern vorbei zum Kreuzeckhaus (1.651 m).
Die Knappenhäuser sowie einige Ruinen und alte Stollen im Höllental sind im Übrigen Überreste des einstigen Bergbaus.  Bereits im 19. Jahrhundert wurde ein Bergwerk zur Gewinnung von Bleierzen eingerichtet. Im ersten Weltkrieg wurde der Bergbau dann stark intensiviert, da der Rohstoff Molybdän als Stahlveredler verstärkt gebraucht wurde. Nach dem Krieg hat man den Bergbau eingestellt. … Wenn man so durch die enge steile Klamm läuft, ist es unvorstellbar wie die Arbeitsbedingungen gewesen sein müssen.

Schmale Zwergenbettchen in der Reintalangerhütte

Schmale Zwergenbettchen in der Reintalangerhütte

Der zweite Tag führt uns vom Kreuzeckhaus über den Bernadeinsteig vorbei an vielen blühenden Bergwiesenblumen und durch schattigen Wald hinab ins Reintal zur Bockhütte (1.010 m). Nach einer ausführlichen Rast mit leckerem und vorher schon lang versprochenem hausgemachten Kuchen machen wir uns weiter auf den stetig leicht ansteigenden Weg entlang der Partnach durch das Reintal. Unterwegs zeigt uns Martl noch die Stelle, wo es früher einen kleinen angestauten See gab, der bei Mountainbikern und Wanderern stets ein beliebter Ort zur Erfrischung war – die Blaue Gumpe. Der natürliche Staudamm, der den See erzeugt hatte, wurde 2005 durch starke Regenfälle leider zerstört.
Am späten Nachmittag erreichen wir dann schließlich die urige Reintalangerhütte (1.370 m). Nachdem wir unsere schmalen Bettchen im Matratzenlager bezogen haben, bleibt noch Zeit genug um die Abendsonne zu genießen und einen Abstecher zur Quelle der Partnach zu machen. Abends gibt es als krönenden Abschluss des Tages noch Hausmusik vom Hirtenwirt und Personal.

Fast sind wir da - der Gipfel naht

Fast sind wir da – der Gipfel naht

Am „großen“ dritten Tag starten wir frühmorgens ab 7 Uhr, denn wir haben uns viel vorgenommen: steiler 700-Meter-Aufstieg zur Knorrhütte (2.051 m), dann den Großteil des Gepäcks abladen und von dort aus weitere 900-Meter-Aufstieg (teils sehr geröllig) zur Zugspitze (2.962 m) und natürlich wieder zurück zur Knorrhütte. Doch unterwegs lassen es wir uns auch gut gehen und genießen die Sonne auf den Terrassen vom Sonnalpin unterhalb der Zugspitze und dem Münchner Haus direkt neben dem Gipfel. Abends gegen 19 Uhr kehren wir schließlich zu einem wohlverdienten Abendessen wieder auf der Hütte ein.

Der Weg am letzen Tag führt uns aus der steinigen alpinen Region der Knorrhütte über das „Gatterl“ (tatsächlich ein Gatter im Grenzzaun) und grüne Wiesen hinunter nach Ehrwald (994 m) in Österreich. Zwischendrin gibt es  auf der Hochfeldernalm noch den langersehnten und wohlverdienten Kaiserschmarrn bzw. Topfenstrudel. In Ehrwald werden wir pünktlich als die ersten Regentropfen vom Himmel kommen und die Gewitterfront der nächsten Tage aufzieht vom Sammeltaxi abgeholt und nach Garmisch zurückgebracht. Etwas hektisch fällt der Abschied im strömenden Regen dann leider aus, doch schlussendlich halten wir glücklich und stolz unser „Zugspitz-Zertifikat“ in den Händen, welches Martl als letzte Amtshandlund noch an uns ausgeteilt hat. – Rundum mal wieder eine tolle Wandertour!