Hamelin Bay/ Augusta kurz vorm Regenguss

Von Waldgeistern und Ostercampern

Dunsborogh, Australien

Nach unserem Backpackerluxus in Albany sind wir wieder zu Campern mutiert und weiter im Südwesten von Australien herumgekurvt. Der Südwesten besteht im Grunde eigentlich nur aus Wald – wir haben die letzten Wochen quasie im Wald verbracht, umgeben von mächtigen und zerbrechlichen Karri- Bäumen. Und wir haben erlebt, wie sehr die Aussies es lieben, im Urlaub zu campen – schon fast eine Religion.

Besonders beeindruckend war die Umgebung von Denmark und Walepole für uns. Denmark war überraschender Weise der erste Ort in Australien, an dem man sich doch vorstellen könnte, sich niederzulassen: klein und doch findet man alles was man braucht (oder auch nicht, wie das riesige 10 Meter Barometer in Denmarks Touristeninfo). Seit Denmark sind wir dann auch tief in die Southern Forrest von Westaustralien eingetaucht.

In Walepole sind wir gleich drei Nächte hängen geblieben und haben unser Anglerglück vom Boot aus (was hier nicht teuer war) versucht – und Erfolg gehabt! Den ersten Fisch hat sogar Anne gefangen und so gab es zum Abendbrot zwei fangfrische Black Breams – lecker! Von Walepole aus sind wir noch tiefer in den Wald gefahren und haben mal wieder einen Tree Top Walk, also eine Wanderung durch Baumgipfel in 40 Metern Höhe gemacht.

Am Perry Beach kurz nach Walepole haben wir zum ersten Mal erlebt, was es heißt wenn die Aussies in den Osterurlaub fahren: Ausnahmezustand! Gerade auf preiswerten und naturbelassen Campgrounds ist schlicht die Hölle los! So werden sogar eine Woche vor Ostern leere Zelte aufgestellt, um ja den geliebten Urlaubsplatz für Familie und Freunde zu reservieren – um jeden Preis!

Zur Osterzeit sind wir schließlich in Pemberton angelangt und konnten schon am Gründonnerstag froh sein, ein Plätzchen auf dem ausgebuchten Campingplatz zu ergattern: Irgendwo auf einer behelfsmäßigen Wiese für sagenhafte 32 AU$ pro Nacht – das nennt sich dann „Overflow“-Platz. Zu allem Überfluss haben uns dann auch noch die Aussies „verdrängt“ – und eben mal unseren Zeltplatz eingenommen, während wir im Warren National Park unterwegs waren…

Und so war nicht nur unser Campingplatz in Pemberton sehr aufregend, sondern auch der Wald. Zum einen hat uns der Heart BreakTrack, wahrscheinlch gerade noch so zugelassen für normale Autos; gut ins schwitzen gebracht, zum anderen konnte man sich im Freiklettern auf einen 68 Meter hohen Baum üben: Der Bicentenniel Tree gehört zu zwölf ehemaligen Feuer – Ausguck – Bäumen in den Southern Forrests. In den mächtigen, senkrechten Stamm wurden nur ca. ein Meter lange Eisenstangen in einer Spirale eingeschlagen. Auf dieser Treppe erreicht man die Aussichtsplattform. Der Bicentenniel Tree ist dabei mit seiner 80 Meter hoch gelegenen Aussichtsplattform der höchste – der Ausblick von hier ist sagenhaft! Nur auf dem Weg nach oben und nach unten sollte man schmerzfrei sein: Es gibt keine Sicherungsmöglichkeit! (seht unsere Bilder!)

Nach Ostern hat es uns an die Westküste um die Region von Magaret River verschlagen. Wir haben dort am Cape Leeuwin irgendwie erahnt, wo der Southern Ozean und der Indische Ozean zusammentreffen. Von nun an werden wir also dem Indik auf unseren Weg nach „oben“ folgen…
Magaret River und Umgebung sind einfach nur voll von Touristen und Weingütern. Nur dem leicht gelb und rot gefärbten Weinlaub sieht man an, dass es inzwischen Herbst wird. Die Tage sind meist sonnig und man kann im Indischen Ozean schwimmen gehen, aber die Nächte werden jetzt schon manchmal empfindlich kalt. Und im Winter, also Juni bis Ausgust, soll es hier nur so regnen…

Wir werden heute weiter nach Norden fahren um in Pinjarra auf einer Farm für Passionfruit zu arbeiten – mal wieder in Form von helxp, also für Unterkunft und essen ein paar Stunden am Tag arbeiten. Wir  sind gespannt!