Durras Lake

Von Sydney nach Melbourne

Maffra West Upper, Australien

Seit unserem letzten Eintrag ist nun schon eine Weile vergangen, deshalb wollen wir Euch mal wieder von uns berichten…

Wir Ihr bereits wisst, ging es von Sydney aus für uns in Richtung Blue Mountains. Dort haben wir eine knappe Woche verbracht und konnten bereits in unserem Zelt schlafen und dabei trotzdem die Annehmlichkeiten eines richtig tollen Backpackers genießen, dem Flying Fox.  In dieser Zeit gab es noch viel bürokratischen Kram bezüglich unseres Autos zu erledigen und wir sind mal wieder wandern gewesen.

Eigentlich hatten wir eine 3-Tageswanderung geplant, die wir aber dann doch abgebrochen haben, so dass wir im Endeffekt „nur“ einen langen anstrengenden Tag im Goose Valley unterwegs waren. Dieser Tag war, trotz der schattigen Bäume, unglaublich heiß, so dass wir im natürlichen Pool unter den Bridal Veil Falls und etliche Male entlang unseres Weges im natürlichen Bachlauf baden waren. Ohne dem hätten wir es wohl fast nicht ausgehalten.

Außerdem führte unser Weg entlang einer Steilwand knapp 200m in die Tiefe, die wir natürlich auch wieder aufsteigen mussten. Denn in den Blue Mountains heißt’s, wenn Du absteigst, führt’s Dich in den Busch, wenn Du aufsteigst, führt Dich Dein Weg nach Hause. Die Blue Mountains bestehen also aus tiefen weiten Tälern, die umgeben sind von Steilwänden, die man nur zu Fuß erklimmen kann. Unser Weg beispielsweise wurde Ende des 19.Jh. von nur zwei! Arbeitern in insgesamt 7 Monaten in die Steilwand eingeschlagen.

Insgesamt sind wir auf unserem Weg keiner Menschenseele begegnet, dafür aber vielen kleinen Echsen und einer Giftschlange, die sich aufgrund unseres Auftretens zum Glück aber schnell verdünnisiert hat. Denn wie empfohlen, sind wir die ganze Zeit schlürfend und ab und zu aufstampfend durch den Wald gelaufen, um eben diese Wegbegleiter mit unserem Lärm zu verscheuchen.

Von den Blue Mountains aus ging es über das Kangaroo Valley – eine sehr hübsche, grüne und hügelige Gegend – an die Ostküste südlich von Sydney. Wir hatten von unserem Host einige Empfehlungen bekommen, die wir nach und nach angefahren sind. So führte uns unser Weg über Burril Lake schließlich nach Durras North.

Dort haben wir zwei Nächte auf einem Campground zugebracht, wo man Känguruh-Garantie bekommt. Die sind da einfach überall, doch seht selbst auf den Bildern. Am dazwischen liegenden Tag hat Seb sehr geduldig versucht einen Fisch für unser Abendbrot zu sammeln, doch leider ohne Erfolg. Nur eine Krabbe hing mal an der Angel, doch die war zu klein zum essen. – Ja, wir haben wieder eine Angel (zwei sogar). Diese haben wir samt weiterem Camping-Zubehör sehr günstig von einem Australier, mit dem wir im Flying Fox zusammen gewohnt haben, bekommen.

Außerdem erlebte unser Zelt in Durras North seine erste Feuertaufe. Denn es hat zwischenzeitlich ein gewaltiges Sommergewitter gegeben, wo der Regen zu Hagel angeschwollen ist und wir immer nur gehofft haben, dass die Körner nicht größer werden und somit unsere Behausung zerstören könnten. Doch es ist alles gut gegangen. Danach war der Himmel wieder hellblau und die Sonne hat gelacht.

Von Durras North aus ging es entlang der Küste weiter in Richtung Süden über den kleinen Bournda National Park nach Mallacoota, was bereits im nächsten Bundesstaat Victoria liegt. Dort sind wir mal wieder länger als nur eine Nacht stehen geblieben und Seb hat es erneut mit angeln versucht. Leider waren die Fische alle zu klein zum Essen, so dass wir sie wieder in die Freiheit entlassen haben.

Von Mallacoota aus sind wir wieder ein Stück nordwärts gefahren, zurück in den Bundesstaat New South Wales, um nach Westen in Richtung des Kosciuszko National Parks abbiegen zu können. Hier befinden sich die höchsten Berge Australiens (über 2000m) und ein beliebtes Ski-Gebiet im Winter. Die Region ist auch bekannt als „Snowy Mountains“. Im Sommer kann man wohl wunderbar wandern gehen und auch recht leicht den höchsten Berg, Mount Kosciuszko, besteigen, da der Lift bereits über viele Höhenmeter hinweg hilft. Wir haben dies allerdings sein lassen, da es uns einfach zu warm war und wir in den Blue Mountains bereits gelernt hatten, solche Aktionen bei der Hitze besser zu unterlassen. Somit sind wir einfach nur ein Stück durch den National Park gefahren und haben die Fahrt entlang des aufregenden Alpine Way genossen. Dieser führt durch sehr schönen Wald, wesentlich grüner und mit mehr Strauchschicht als bisher in Australien gesehen. Allerdings haben wir auch viele abgebrannte Baumgerippe von einem großen Brand 2003 sehen müssen, die wie Geister in der Landschaft stehen.

Überhaupt sind Feuer und Brandgefahr im Sommer hier allgegenwärtig. Wir haben bereits viele Gebiete und Wälder gesehen, wo die Baumstämme ganz schwarz sind oder gar bereits abgestorben, weil es dort gebrannt hat. Auch in Mallacoota sind wir mehr oder minder damit in Kontakt gekommen. Eines morgens als wir aufgestanden sind, war ein wenig Asche auf unserem Zelt, auch lag ein merkwürdiger Geruch in der Luft. Tagsüber sah man, dass es ganz diesig war und irgendwie Rauch in der Luft über dem Wald hing. Abends erfuhren wir dann, dass 25km südlich von Mallacoota ein 2800ha großer Brand im Gange war.

In den Snowy Mountains hatten wir schließlich ein tolles Fleckchen zum campen gefunden. Dies war kein direkter campground, aber ein als camping area ausgewiesenes Gebiet mit Kompost-Toiletten und Picknick-Tischen und es war for free. Dort sind wir erstmal im Fluss baden gewesen nachdem wir in der Nachmittagshitze unser Zelt aufgebaut hatten. Abends guckten uns dann mal wieder die Känguruhs beim Kochen und Essen zu. Leider füttern manche Leute diese, weil sie ja so niedlich sind. Folge ist, dass sie sehr nah auf Zelt und Menschen zukommen, um nach was Essbarem zu suchen. Nichts desto trotz sind es wilde Tiere, so dass wir immer mal wieder aufstehen und uns mit ausgestreckten Armen groß machen mussten, um diese niedlichen, aber eben wilden Tiere auf Abstand zu halten.

Das Campen macht uns richtig Spaß. Es gibt uns Privatsphäre, die wir uns mit double rooms in den Hostels auf Dauer gar nicht leisten könnten. Wir sind immer nah an der Natur (wie man an den Känguruh-Geschichten sieht) und kommen an Plätze, wo nicht alle Touristen vorbei kommen. Bis Melbourne sind wir wenig auf andere Touris gestoßen und größtenteils nur auf Aussis, die gerade im Urlaub sind. Bisher haben wir teils auf richtigen Campingplätzen geschlafen oder eben auch nur in camping areas in den National Parks. Dort gibt es dann immer die Nationalpark-Gebühr zu zahlen und je nachdem wie gut ausgestattet die camping area ist, ist diese kostenlos oder man zahlt zusätzlich zur Gebühr noch ein bisschen für den Platz drauf.

In den Snowy Mountains selbst haben wir noch ein Wasserkraftwerk besucht, welches Teil eines ausgeklügelten Wassernutzungssystems ist, bestehend aus mehreren Staudämmen und somit Wasserauffangbecken im Nationalpark und einem kilometerlangen Tunnelsystem, welches nach dem zweiten Weltkrieg durch die Berge getrieben wurde, und das Wasser zu den Kraftwerken transportiert.

Noch am selbigen Tag sind wir in Wodonga gelandet, 3h nördlich von Melbourne, und haben den Luxus eines Holiday Parks mit Swimming Pool, Outdoor-Küche und BBQ area genossen. Genau das Richtige für uns, denn wir erlebten an diesem Tag den bisher für uns heißesten Tag in Australien: In Wodonga hatten wir 36 Grad im Schatten, am Tag zuvor waren es dort wohl sogar 43 Grad.
Das besondere an diesem Campingplatz war, dass er an einem Stausee gelegen ist, aus dem noch die ganzen abgestorbenen Bäume heraus gucken, die vor dem See dort gestanden haben. Der See ist tiefblau und umgeben von einer dürren braunen Gegend mit teilweise roter Erde. Diese Farben von blau (von Himmel und See), schwarz (von den abgestorbenen Bäumen) und braun-gelb-rot (von den umliegenden „Wiesen“) sind schon sehr faszinierend. Einer hat mal zu uns gesagt, Australien sei das Land der Farben, und das ist wohl wahr. Wir erahnen es gerade.

Von Wodonga aus ging es für uns in Richtung Melbourne, wo wir die nächsten fünf Tage zugebracht haben. Doch dazu im nächsten Bericht mehr…