Kapitän überlässt der kleinen Nachfolgegeneration das Steuer

Von Pahia bis Whangarei

Whangarei, Neuseeland

Nach mehr als vier Wochen Northland sind wir nun wieder auf dem Rueckweg nach Auckland. Die letzten Tage erschienen uns ein wenig wie das „typische“ neuseelaendische Touri-Programm, denn wir haben viel gesehen und erlebt!

Letzten Montag waren wir noch einmal in Kerikeri, um ein kleines Abschiedspraesent fuer unsere Gastgeber in Whangaroa zu kaufen. Dabei haben wir wieder durch Zufall eine sehr schoene Bay, die „Opito Bay“ entdeckt. Hier ergab sich wirklich zum ersten Mal die Moeglichkeit, in einer ruhigen Bucht Schwimmen zu gehen, ohne dass man gleich von Wellen fortgespuelt wurde. Abends haben wir uns noch einmal mit Kate und Dunkan in Kerikeri getroffen, die hier beide sehr gute Jobs gefunden haben. So kann Dunkan, ein Zimmerman, in den naechsten Monaten mihelfen ein Haus zu bauen und Kate hat einen Job in einem Cafe gefunden.

Am naechsten Tag sind wid dann in die Bay Of Islands gefahren und haben auf einem netten Campground in Haruru Falls kurz vor Pahia geschlafen. Dieser befand sich direkt neben den Wasserfaellen (die aber nicht soooo spektakulaer sind), was wir spaetestens Abends beim BBQ (mit Kate und Dunkan, die uns noch einmal besucht haben) an den zahlreichen Moskitos gemerkt haben. Selbst Anne, bisher recht gut verschont, wurde „ausgesaugt“.

Am 17. Januar wartete im Hafen von Russel die „R. Tucker Thompson„, ein 1985 gebauter zweimastiger Schoner, auf uns. Mit ihr ging es fuer einen Tag zu einem Segelturn in die Bay Of Islands. Das Schiff ist in jeder Hinsicht ein besonderes Schiff gewesen. Es war zu einem das einzige klassische Segelschiff mit dem man als Touri segeln konnte (alles andere sind ehemalige Regatajachten) und ausserdem bestand die Mannschaft aus einem maennlichen Skipper und drei Frauen (die besonders Anne wg. ihrer gut trainiererten Oberkoerper bewunderte). Als Passagier durfte man alles auf dem Schiff tun: Mithelfenen bei Segel hissen, selbst am Steuer stehen oder in einem der beiden Masten herumklettern – ein Schiff zum anfassen. Wir liesen uns natuerlch nicht nehmen, auch einmal die Aussicht aus gut 10 Metern Hoehe zu geniessen, oder einfach in das Netz vor den Bug zu klettern um zu Faullenzen.

Zur Lunchtime erreichten wir eine kleine, halbwegs einsame Insel, auf die wir fuer knapp eine Stunde zum Baden (wobei es leider ziemlich bewoelkt war, aber gluecklicherweise nicht regnete) oder Wandern ausgsetzt wurden. Danach wurden wir wieder mit dem kleinen Beiboot an Bord gebracht, wobei ich mich entschloss, zurueck zu Schwimmen. Vor dem BBQ an Board konnten wir uns noch an einem langen Seil wie Tarzan schwingen, um zu baden. Gegen 16 Uhr kehrten wir nach Russel zurueck. Den Nachmittag nutzten wir, um Russel noch zu erkunden und endlich bei strahlendem Sonnenschein in den hohen Wellen zu baden.

Donnerstags besuchten wir zu Fuss Waitangi. Wir wanderten also von den Haruru Falls 5 Kilometer am Waitangi River entlang. Dort bekamen wir wieder so richtig die neuseelaendische Natur zu spueren, denn wir begegneten einer ganzen Kolonie von „Shags“ (25 cm grosse schwarz-weisse Seevoegel), die sogar Junge im Nest hatten. Praktischerweise konnte man die Nester gut von Walkway aus sehen und beobachten.

In Waitangi besuchten wir die „Treaty Grounds„, die historischen Wurzeln des heutigen Neuseelands. An diesem Ort schlossen 1840 die Maori und die britischen Kolonialisten mit einer feierlichen Vertragsunterzeichnung Frieden. Neuseeland wurde britische Kolonie. Um wieder zurueck zum Campground zu laufen, warn wir zu muede (oder zu faul), und so frugen wir einen Farmer in Pahia, ob er uns nicht mit zurueck zu den Haruru Falls nehmen wuerde. Gesagt, getan -Trampen ist hier nicht wirklich schwiergig.

Am selben Tag sind wir noch ueber Kawakawa (bekannt wegen der oeffentlichen Hundertwasser-Toiletten, die man auch benutzen darf) nach Whangarei gefahren. Hier haben wir wieder ein wunderschoenes Plaetzchen zum Uebernachten in der „Little Earth Lodge„, etwa 6 km ausserhalb von Whangarei gelegen, gefunden. Hier ist es herrlich ruhig, klein und man hat einen wundervollen Blick in das neuseelaendische Hinterland! Die Hosts sind uebrigens auch ehemalige Backpacker, die sich nun hier niedergelassen haben.

Da das Backpacker direkt neben den „Abbey-Caves“, einem noch nicht grossartig erschlossenen Hoehlensystem mit Gluehwuermchen, liegt, haben wir uns entschlossen, diese auch zu erkunden. Die notwendige Aussruestung (Helm, Stirnlampen und rutschfeste Tauchschuhe) haben wir vom Backpacker bekommen.
Das System besteht aus drei begehbaren Hoehlen, wobei zwei von kleinen Baechen gespeist werden. Um zu den Gluehwuermchen zu gelangen, muss man durch teilweise 1 Meter tiefes, kaltes Wasser waden. Die Wuermchen selbst waren beiendruckend. Sie erschienen an den Hoelenwaenden wie ein Sternhimmel- wundervoll! Uebrigens waren wir in der letzten Hoehle ziemlich froh ueber unsere Ausruestung, da diese viele enge und rutschige Wege hatte.

Heute morgen sind wir recht frueh aufgestanden, um auf einen Frischmarkt in Whangarei zu gehen, der jeden Samstag zwischen 6.30 und 10 Uhr stattfindet. Hier haben wir uns erstmal wieder sehr preiswert mit Obst und Gemuese sowie hausgemachter Marmelade eingedeckt. Wir wollen heute noch in Richtung Westen von Auckland aufbrechen, um dort eine Gannet-Kolonie zu besuchen. Sonntag und Montag sind wir dann in Auckland-City.