Brian von "The Missing Leg" sammelt Fahrraeder!!

Von New Plymouth nach Palmerston North

Palmerston North, Neuseeland

Wie ja bereits letztens angekuendigt, hat es in der Taranaki-Gegend nur so geregnet. Fuer die erste Zeit haben wir uns in ein Backpackers (The Missing Leg … ein echter Tip!) in Egmont Village verkruemelt und uns ausnahmsweise mal ein Double gegoennt. Abends sassen wir am Kaminfeuer und haben auf besseres Wetter gewartet. Ausserdem haben wir uns die Zeit im Pukekura-Park in Plymouth vertrieben. Dieser hatte ein wirklich sehr schoenes Gewaechshaus, wo wir uns mal wieder fotografisch ausgelassen haben.

Eine Besserung ist die naechsten Tage nicht wirklich eingetreten. Es hat leider nur zu einem kleinem Bushwalk nach einem Regenguss am Fusse des Mt. Taranaki gerreicht. (Der Wald hier ist wirklich Regenwald – echt faszinierend!)Uebrigens ist in der Nacht vom 15. zum 16. Maerz ueber den Berg ein Blizzard hinweggezogen. So konnten wir nach dieser stuermigen Nacht (die uebrigens die ganze Westkueste von NZ betraf, Wind ca. 120 km/h – es kann hier richtig ungemuetlich werden!) schon den ersten Schnee auf dem Mt. Taranaki gesehen.

Unseren Plan, einen Mehrtageswalk um den Berg zu machen haben wir verworfen und sind stattdessen am letzten Samstag ein wenig frustriert nach Whanganui aufgebrochen. Uebrigens gab es fuer den Mt. Taranaki immer wieder Sprueche wie: „Wenn Du den Berg siehst, dann regnet es bald und wenn Du ihn nicht siehst, dann regnet es schon…“ oder “ Brian (der Host vom Backpackers) ist sich wirklich sicher: Da gibt es einen Berg!“ zu hoeren.

Auf dem Weg nach Whanganui haben wir halt am Cape Egmont, dem westlichsten Zipfel der Nordinsel, gemacht. Nun fehlt uns nur noch der suedlichste Zipfel…

Whanganui haben wir zunaechst nur im Regen erlebt. Erst Sonntag-Mittag zog es dann mal endlich richtig auf und die Sonne kam heraus. Die Stadt ist wunderschoen und herrlich europaeisch angehaucht und hat etlichen Parks, zwei Optiker und ein Krankenhaus. Die beiden letztlich genannten Dinge mussten wir in Anspruch nehmen nachdem ich mir am vergangenen Sonntag Abend mein rechtes Brillenglas am Heckspiegel unseres Austos im Dunkeln ausgeschlagen habe (echt, sowas bloe…!). Sonntag Abend also noch ins Krankenhaus, der Doc. hatte aber gluecklicherweise nix gefunden … dachten wir. Am Dienstag waren die Schmerzen im Auge zu gross, also nochmal ins Hospital. Eine andere Aerztin fand schliesslich einen Minisplitter und machte diesen auch noch heraus – ein Abend einaeugiger Pirat war das Ergebniss. Aber es ist alles wieder i.O.! ich sehe wieder perfekt – und das alles fuer 10 NZ$!!! (Hinter das NZ- Gesundheitssystem sind wir noch nicht gestiegen…)

Den Sonntag haben wir auch noch in den Nachrichten gehoert, dass sich Mt. Ruapehu, der Vulkan, den wir ca. 10 Tage vorher im Tongariro Nationalpark noch halb umrundet hatten, gezuckt hatte. Der Damm des Kratersees war durch die letzten Regentage durchweicht. Somit hat sich ein Teil des Inhalts – die Lahar – ins Tal ergossen. Strassen mussten gesperrt werden. Aber es war der „am besten kontrollierteste“ Laharfluss bisher ueberhaupt (lt. Nachrichten). Also keine Panik!

Am Mittwoch sind wir in den Whanganui National Park entlang der Whanganui River Road gefahren. Der Fluss sieht hier phantastisch aus und hat sich ueber etliche tausend Jahre ein tiefes Tal geschnitten. Wir hatten uns entschlossen, den einzig frei zugaenglichen Walk zu machen (alle anderen liegen tief im Wald und man braucht einen Transport per Wasser): den „Atene Skyline Walk“. Dieser schien uns nach den ersten drei Stunden ziemlich langweilig zu sein – von wegen. Ploetzlich kletterten wir ziemlich steil auf irgendwelchen Bergkaemmen herum – links und rechts nur Wald und ein schlecht abzuschatzender Walkway. Nachdem wir auch noch zufaellig auf einen alten D.O.C.-Campground mitten im Wald stiessen, der in keiner Karte eingezeichnet war, dachten wir schon, wir haetten uns verlaufen… Nach sechs Stunden (veranschlagt waren acht) erreichten wir wieder unser Auto – kaputt, genervt und mit schmerzenden Knien vom herumkrakkseln. Nicht unbedingt der empfehlenswerte Tripp!

Einen Tag nach unserem Walkway sind wir weiter nach Palmerston North gefahren. In Ohakea haben wir in einem Airforce-Museum der RNZAF halt gemacht. Wir hatten nicht wirklich eine Ahnung davon, dass die Kiwis zusammen mit den Briten im World War II Angriffe auf die „Scharnhorst“ und „Prinz Eugen“ geflogen sind. Uebrigens konnte man auf den nahegelegenen Rollfeld der Airforce frei herumspazieren – kein Stacheldraht und Wachen zwischen dem Ausstellungsgelaende und dem Militaerflughafen – krass! Leider wird die Ausstellung mitte April entgueltig geschlossen.

Palmerston North selbst haben wir nur wegen der City-Info gestreift, ansonsten war sie uns zu bussy. Von dort aus sind wir nach Ashhurst gefahren, wo wir die letzten beiden Tage kostenlos auf dem Campground im Stadtpark gestanden haben. Ganz in der Naehe fuehrte ein Walkway durch die Manawatu Gorge, einer tiefen Schlucht. Den sind wir gestern gelaufen, aber nur zur Haelfte. Wir sind bei einem Lookout haengengeblieben und haben uns in der spaetsommerlichen Sonne gegrillt.

Heute sind wir nochmal nach Palmerston North zurueckgekehrt und besuchen das Festival der Kulturen. Uebrigens erscheint die Stadt stellenweise auch im Art Deco Stil und sie ist die zweitgroesste Studentenstadt Neuseelands.