Coopers Beach, Northland New Zealand

Von Kerikeri nach Thames

Thames (Coromandel), Neuseeland

Jetzt sind schon wieder gut zwei Wochen seit unserem letzten Eintrag vergangen… Dann wollen wir Euch mal wieder auf den neusten Stand bringen. Doch, erst einmal noch vielen Dank für Eure vielen Kommentare und Grüße zum letzten Eintrag. Darüber haben wir uns sehr gefreut! Macht weiter so;-)

Waiheke Island haben wir bei strömenden Regen am 15. Oktober verlassen. In Auckland angekommen haben wir endlich unser Auto übernommen und sind dann sofort nach Kerikeri aufgebrochen. Typisch Neuseeland: Für die gut 270 Kilometer haben wir fast vier Stunden gebraucht. Wir wurden ziemlich eingeweicht – stellenweise regnete es gerade so als hätte jemand mit dem Wasserschlauch auf unseren Wagen gezielt! Sicht fast null! Zwischenstopp haben wir in Whangarei gemacht, um dort unseren „Pak´N´Save – Gutschein“ von Anja einzulösen und endlich mal wieder „günstig“ einkaufen zu können. Aber an die Lebensmittelpreise hier muss man sich doch erst wieder gewöhnen.
Am späten Nachmittag gab es dann das ersehnte Wiedersehen mit Kate und Duncan in Kerikeri (@Anja: die Big Hugs haben wir ausgerichtet ;.)  ). Zuletzt hatten wir die beiden ja 2007 in Sydney getroffenen.

Kate und Dunc haben es geschafft nach eineinhalb Jahren Zwischenstopp in ihrer Heimat Swindon in England endlich wieder nach Neuseeland reisen zu dürfen und dort sogar mit einem Visum arbeiten zu können. Wie beide selbst sagen, haben sie die letzten Jahre quasi im Backpacker- Modus gelebt: In einem Wohnwagen von Kates Eltern im Garten von Duncans Eltern. Vor wenigen Monaten bekam Kate das Angebot, die Hone Heke – Lodge, ein Backpacker in Kerikeri mit 66 Betten, als Managerin zu übernehmen. Seit Anfang September sind die beiden also hier. Hoch motiviert und vor Ideen nur so sprühend versuchen die beiden nun das Backpacker zu einem „Home far away from Home“ zu machen!
Duncan  ist zwar offiziell nur als Tourist hier (und das obwohl die beiden verheiratet sind!), ist aber im Moment dabei sich auch für ein Arbeitsvisum zu bewerben und dann endlich ein eigenes Geschäft als carpenter (Schreiner) zu starten.

Obwohl in dem großzügigen Managerhaus, welches zu dem Backpacker gehört, viel  Platz gewesen  wäre, haben wir im Backpackers geschlafen. Kate und Dunc warten nämlich noch auf ihren Container aus England und so ist noch nicht alles voll eingerichtet.

So haben wir dort die letzten zehn Tage verbracht. Wir haben viel Zeit (soweit es möglich war, denn das Backpackers ist ein Fulltime- Job von acht bis acht Uhr abends) miteinander verbracht, gequatscht (für uns Hardcore- Englisch-Training – wir waren doch schon wieder ein wenig eingerostet) und viel übers Reisen gesprochen.

Natürlich haben wir auch mit angepackt. Von Rasenmähen bis zur Umgestaltung von Website und TV- Lounge haben wir alles mitgemacht. Für uns war das recht schön, denn wir haben endlich mal wieder was praktisches gemacht. Besonders hat es mir (Seb) Spaß gemacht mit Dunc als Schreiner die TV- Lounge umzugestalten und dabei immer wieder über die bei den Kiwis so beliebten „bloody squaredrives“, also Schrauben mit einen Vierkantkopf, herumzufluchen, (die wurden eher zerschraubt als das man mit ihnen schrauben konnte). Überhaupt scheint es in Neuseeland schwer zu sein, an wirklich gutes Baumaterial zu gelangen. Holz, Farben und Werkzeuge sind extrem teuer und die Qualität lässt des Öfteren zu Wünschen übrig. Die wirklich guten Dinge bekommt man unter der Hand quasi per Mundpropaganda irgendwo bei einen Bekannten. Doch ist der „Bekannte“ dann meist so unbekannt, dass man noch nicht einmal im Internet einen Eintrag von dem Händler findet. This is how New Zealand works!

Natürlich haben wir die letzten zehn Tage nicht nur auf der Lodge in Kerikei verbracht. Für uns war  das Backpackers ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Northland. Dabei haben wir dann eigentlich nur das gemacht, was auch die Einheimischen so tun. Wir waren mehrmals bei einen fantastischen Strand mit angrenzender Lagune! Die Tapuaetahi Bay genannte Bucht ist nur über privates Land zu erreichen. Drei Kilometer vor der Bucht steht man plötzlich vor einem Zaun mit Tastatur, Nur mit Zahlencode kann man dann zur Bucht fahren, wo recht viele Kiwis ein Haus am Meer haben. Wir haben dort lange Strandspaziergänge gemacht, in der Lagune gebaden (es war a***kalt, aber schön) oder uns Muscheln als Abendbrot von den Muschelbänken gesammelt.

Zweimal sind wir nach Nghawa Springs gefahren, um dort in den natürlichen Hotpools (wie man sie ja überall in Neuseeland findet) zu baden. Auch das eigentlich nur bekannt bei den Locals, denn Touristen sieht man hier so gut wie gar nicht. Nur eine Gruppe junger Leute ist uns über den Weg gelaufen, die Neuseeland in einer Art Hippie-Kommune bereisen: Zu siebt mitsamt Gepäck und Zelt in einem geliehenen Nissan- Kombi!!! Drei vorn und vier hinten und im Kofferraum das ganze Gepäck.
Touristen hätten sich vermutlich auch nicht in die Hotpools getraut –  die einfachen Erdlöcher waren nur mit Holzbalken verblendet und die Umkleidekabinen erinnerten mehr an einen Schuppen. Aber man konnte sich bei den Pools zwischen toxisch und schwefelig entscheiden oder zwischen medium garen oder schnell gekocht. Herrlich!!!

Neben unserem „Privatstrand“ haben wir auch wieder den Coopers Beach bei Mangonui besucht. Absolutly stunning! können wir da nur wieder sagen. Wir haben wie schon vor gut zwei Jahren das Glück gehabt, nach einem Regenguss und bei Low Tide (Ebbe) an dem Strand spazieren zu können. Das Licht, das Meer und die vielen alten und knorrigen  Pohutukawa Bäume!

Unseren ersten richtigen Hike haben wir, wenn auch nur in Kurzform, im Puketi Forrest gemacht. Dort gibt es den Waihoanga Gorge Kauri Walk, der durch einen ursprünglichen neuseeländischen Busch und Kauriwald führt. Wir haben zwar vor zwei Jahren den Riesenkauri „Tane Mahuta“ geshen, doch die Kauris im Puketi Forrest stehen ihm in nichts nach! Diese Bäume sind einfach nur mächtig und wunderschön anzusehen.

Nach einem langen Abend mit a lot of Beverages haben wir uns gestern Vormittag von unseren beiden Hostelmanagern verabschiedet, was uns natürlich nicht leicht viel.Aber man soll ja gehen wenn es am schönsten ist… Wir wissen nur, dass wir hier zwei wirklich gute Freunde haben.

Unser Zwischenziel: Helensville. An sich ist die Stadt keine weiteren Bemerkungen wert, allerdings haben wir auf dem Weg dahin 13 Kilometer im Stau gestanden – was für uns Deutsche ja schon fast alltäglich ist. Nicht aber hier! Wir haben in unserem letzten Jahr hier nicht einmal (!!) im Stau gestanden…

Heute sind wir von Helensville über den Twin Coast Discovery Highway und den Pacific Coastal Highway nach Thames auf Coromandel gefahren. Eine wirklich schöne Strecke. Gestoppt haben wir am Karekare Beach, einen schwarzen Sandstrand nordwestlich von Auckland. In unserem persönlichen Ranking der Topstrände hat dieser es direkt an die Spitze geschafft. Dieser Strand ist nur über eine steile kurvige Straßen zu erreichen und liegt quasi am Ende eines Regenwaldes.Vielleicht hat uns der Strand auch nur wegen der besonders rauen, wetterbedingten Stimmung beeindruckt. Aber auch die Filmemacher haben den Spot entdeckt. Wir sind nämlich mitten in die Dreharbeiten zum Film „Tracker“ geraten, bei dem auch gerade noch Weitwinkelaufnahmen von Strand und Reitern gedreht worden. Ein netter Security-Mensch hat uns dann freundlich aufgefordert den Strand wieder zu verlassen. Aber eine echt beeindruckende Szenerie: Schwarzer Sandstrand mit tosender See vom Regenwald umgeben und dann noch ein Dutzend Reiter auf braunen Pferden….

So, jetzt haben wir unser Hirn erstmal wieder leer geschrieben. Bis zum nächsten Mal und genießt einfach unsere Bilder!