Öko-Farm nahe Akaora, New Zealand

Von der Westkueste zum 1. Weihnachtsfest in diesem Jahr

Christchurch, Neuseeland

Puh, ist ja schon wieder ’ne ganze Weile her, als wir uns hier gemeldet haben. Aber keine Angst – uns gehts gut, auch wenn es hier kalt ist.

Fangen wir also nochmal in Karamea (dem Ort unseres letzten Eintrages) an. Von dort aus sind wir die Westkueste wieder heruntergefahren und haben in Punakaiki fuer zwei Naechte gestoppt. Allein schon unser Hostel, das „Te Nikau Retreat“ rechtfertigte diese zwei Naechte. Wir haben hier in einem total collen Haus inmitten des Nikau-Busches geschlafen – phantastisch!

In Punakaiki waren wir diesmal allerdings nicht an den beruehmten Pancake-Rocks – die hatten wir schon vor zwei Monaten zusammen mit den Ellis gesehen. Dafuer haben wir ein paar kurze Walks und einen Ausflug in eine Hoehle gemacht. Nachts haben wir im Busch dann endlich auch mal lebende Possums gesehen! Und es wimmelt nur so von hungrigen Possums in den Bueschen!

Nach Punakaiki sind wir direkt nach Hokitika, in die Jadestadt schlechthin, gefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir unseren ersten Anhalter mitgenommen: Ein ca. in 80igern Jahren (wir haben ihn so geschaetzt da er schon ganz glasige Augen hatte) alten Mann, der mit dem Rucksack nach Greymouth unterwegs war um sich ein paar Lebensmittel zu besorgen. Mit ihm haben wir eine ganze Weile geschwatzt, u.a. ueber Greenstone und Orte, wo man diesen finden kann. Darauf hin stoppten wir drei an einem Strand kurz vor Greymouth und suchten ein wenig zwischen den Steinen nach Jadestuecken. Leider hatten wir kein Glueck – wir haben nur ein paar Paua-Stuecke gefunden.

Hokitika ist nicht wirklich so spektakulaer. In der Stadt selbst stehen ein paar nette Art-Deco-Style Haeuser und jede Menge Jade-Shops und Jade Fabriken. Bei einer haben wir den „Machern“ auch ueber die Schulter schauen koennen. Und trotz, dass die Schleifer Schablonen fuer die meisten Formen nutzen, ist jedes Jadeschmuckstuek einzigartig und von Hand gefertigt! Und wir haetten auch selbst Jade bearbeiten koennen – doch der Chrashkurs darin erschien uns beiden dann doch zu schwer (es kostet unheimlich viel Geschick, die Jade so in Form zu bringen, wie man moechte).

In Hokitika haben wir nicht genaechtigt, sondern sind nach Greymouth zum „Global Village Bkps„. gefahren. Ich kann euch sagen, dass dieses Bkps. trotz seiner Groesse unser Lieblingshostel auf der Suedinsel geworden ist! Von Travellern fuer Traveller mit viel Liebe zum Detail gemacht. In jedem Raum (selbst auf dem Klo) fanden sich irgendwelche geschnitzten Figuren, die aus der ganzen Welt zusammengetragen waren. Und weil es uns hier so gut gefiel, sind wir auch hier zwei Naechte geblieben.

Waehrend unserer Zeit in Greymouth sind wir zum Lake Brunner, dem groessten Suesswassersee an der Westkueste gefahren. Dort war es wieder richtig romantisch: Ein fast spiegelebener See und im Hintergrund die Southern Alps von Neuseeland, deren Spitzen schon mit Schnee bedeckt waren. Am See war es richtig ruhig, nur wenige Boote lagen im Hafen. Vom Lake Brunner haben wir noch einem Abstecher nach Blackball, einer alten Goldgraeberstadt, gemacht. Diese ist heute wegen ihres alten Hotels und vor allem wegen ihrer (leckeren!!!) Rindersalami bekannt.
Als wir an diesem Abend ins Hostel zurueckkehrten, wartete bereits unsere Weggefaehrtin Anja auf uns…
Am naechsten Tag sind wir aber erstmal wieder allein ueber „Lewis-Pass“ nach Hamner Springs und den dortigen Thermalbaedern gefahren. Auf dem Weg dahin hat uns dann der Wettergott verlassen: Regen wie aus Giesskannen. Gluecklicherweise hat es auf dem Pass nicht geschneit… . So kamen wir also Samstag vor 2 Wochen von der ruhigen Westkueste in Hamner Springs an. Und dort war zunaechst Schluss mit Lustig und Ruhe! Hunderte oder mehr Wochenendtouris hatten den ganzen Ort trotz Regens in Beschlag genommen. Im Ernst: Eswar nicht so einfach noch Unterkunft zu finden! Und ueberall Touris und einheimische Wochenendausflegler aus Christchurch. Da wir das nicht so toll fanden, entschlossen wir uns gleich am naechsten Tag weiterzufahren. Und so genossen wir noch aml selben Tag das Thermalbald mit etlichen anderen Touris im Dunkeln und im Regen (weil das Bad ja kein Dach hat)…

Auch am naechsten Tag erwartete uns Nebel und Regen auf dem Weg nach „Banks Peninsula“/Akaroa. Aber diesmal nicht so heavy wie am Tag zuvor, und so kekamen wir auch noch etwas von dem „Lewis-Pass“ und den umliegenden Bergen mit.4 Stunden Autofahrt spaeter trudelten wir am Sonntag vor zwei Wochen im „Petite France“ ein. So laesst sich Akaroa vielleicht am besten beschreiben. Alles Gebaude, Laeden und Strassen hatten franz. Namen und gingen auf franz. Siedler zurueck. Wirklich schnuckelig, dieser Ort. Genauso auch unser Hostel, das uns sehr stark aufgrund seiner schiefen Waende an unseren Urlaub im Elsass erinnerte. An diesem sonntag Abend waren wir in dem fuer uns oestlichsten Kino dieser Welt und haben uns die dt. Produktion „The Life of Others“ (Das Leben der anderen) angesehen. Dummerweise war der Film wider Erwarten nicht synchronisiert und so bekamen wir dt. Kino mit englischem Untertitel. Nach der Haelfte habe ich (Seb) aufgehoert den Untertitel zu lesen und bin ganz in der dt. Sprache aufgegangen. Zum Schluss kamen wir uns wirklich wi im kleinen Saal der Leipziger Passagekinos vor (Groesse und Ausstattung stimmten etwa ueberein) und wir waeren am liebsten mit der Tram, Linie 4, nach Hause gefahren. Es war schon komisch, wieder aus dem Kinosaal in Akaroa herauszutreten und zu realisieren, dass man in NZ ist!
Montags darauf sind wir in und um Akaroa herum spazieren gewesen.

Den Tag darauf ging es dann nach Christchurch. Der folgende Mittwoch sollte die erste Ernuechterung bringen: Die Hostels sind teurer als gedacht fuer Leute, die hier eine ganze Weile wohnen wollen. Und Jobangebote gibt es zwar lt. Zeitung viele, aber es gibt sie eben wiederum auch nicht. Mit viel Glueck hatte Anne letzten Freitag einen Job in einer Gardinenfabrik bekommen. Ein weing enttaescht stellten wir mal wieder fest, dass es besser ist in NZ ein Handwerk zu koennen als studiert zu haben… Unsere Floristin Anja ist auch wieder mit von der Partie. Wir drei sind letztes Wochenende in ein guenstigeres und schoeneres (weil familaerer) Hostel umgezogen. Und natuerlich hat Anja auch wieder einen Job – Floristen sind in NZ wirklich sehr rar!

Mit unserer neuen „Familie“, die diesmal alle aus Grossbritanien kommen, haben wir gestern unser zweites Weihnachten gefeiert. Im Ernst: Gestern Abend gab es Gluehwein und Lammbraten sowie Weihnachtslieder! Auf die Idee sind die Briten gekommen, da es ja der 25. (ok, Juni) war und es draussen so abschaeusslich kalt ist. Uebrigens gibt es hier tatsaechlich auch mal Kiwis (bis auf wenige barfuessige Ausnahmen)die frieren und denen es richtig kalt ist. Wir als Mitteleuropaeer kamen uns naemlich wirklich schon langsam komisch vor… Vor allem, als wir letztes Wochenende am Strand von Cristchurch feststellten, dass die Kiwis immer noch surfen gehen!!!

Die naechsten Tage werde ich wieder mit Jobsuche verbringen. Ziemlich krass, was man da so fuer Leute kennenlernt und wie manche ihr Geld verdienen! Beliebt und viel gesucht ist das „Doorknocking“ – Verkaufen (oder besser Aufschwatzen) in der Haustuer. Nicht wirklich was fuer mich! Und nahezu alle anderen Jobangebote in den Zeitungen entpuppen sich als Koeder fuer irgendwelche Jobagenturen (die aber serioes sind – so lauft es halt in NZ!). Nervig! Mal sehen … drueckt mal die Daumen!