Surfer in der Abendsonne am Strand von Raglan

Viel passiert

Waitomo, Neuseeland

Hach, wo soll man anfangen … in den letzten Tagen ist doch wieder recht viel passiert.

Nachdem wir unser kleines Paradies „Little Earth Lodge“ in Whangarei verlassen hatten, sind wir an die Kueste westlich von Auckland an den Muriwai Beach gefahren. Dort hatten wir zwar einen bloeden Campground, es war aber insofern schoen, dass der Sandstrand dort schwarz ist und es an den Klippen eine Gannet-Kolonie gibt (Vielleicht erinnert ihr euch: in Whangaroa hatten wir auf unserer Kajaktour das erste Mal einen Gannet gesehen, wie er im freien Fall ins Wasser geschossen ist, um Fische zu fangen.)

Den naechsten Tag, also Sonntag, sind wir dann wieder nach Auckland hinein gefahren und haben wieder in „unserer“ guten alten City Garden Lodge genaechtigt. Das war fast wie Heimkommen, weil uns alles so vertraut war. An dem Tag haben wir dann noch Falk, Seb’s Studienkumpel, getroffen, der ein paar Tage vorher in NZ angekommen war. Zu diesem Anlass gabs gleich wieder ein gemeinsames BBQ und wir sind abends zusammen endlich auf den Sky Tower hinauf, was wir in der Woche Auckland am Anfang unserer Reise nicht geschafft hatten.

Am Montag hat es uns wieder in Richtung Westkueste, diesmal suedlich von Auckland gezogen. Dabei sind wir in the middle of nowhere gelandet, naemlich in Glen Murry. Das ist ein kleines Nest zwischen Auckland und Raglan. Dort gab es ein sehr huebsches Backpacker. Doch leider war der Host nicht da. Somit sind wir kurzerhand zu seiner Farm ein paar Kilometer weiter gefahren (die Wegbeschreibung hatten uns 2 Schweitzer, die bereits im Hostel wohnten, gegeben).

Diese lag mitten in einem wunderschoenen Tal und in diesem wiederum auf einem Huegel. Die Pferde rannten frei herum.
Dort angekommen haben wir ein kleines Schwaetzchen gehalten und wurden zu einem Glas Wein eingeladen. Da ich (Anne) nach horseriding gefragt habe (dies wollte ich unbedingt mal in NZ ausprobieren!), sagte Stacey, die Schwester des Hosts, irgendwann zu uns: „Ok, zieht euch eure Schuhe wieder an und holt die Saettel! Ich fang die Pferde ein.“
Gesagt, getan, und schon sassen wir aufm Pferd und haben unsere persoenliche, kostenfreie Reitstunde erhalten.

Als ob das schon nicht toll genug waere, wurden wir kurzerhand noch zu einem kleinen Rundflug eingeladen. Denn um ihr riesiges Land mit Schafen und Rindern zu ueberblicken hat die Familie ein kleines Flugzeug. Echt Wahnsinn. Zum „Flugplatz“ ist Stacey mit uns auf ihrem Quadbike hingeduest und hat uns eben kurzerhand eingesackt. Und das alles for free … pure Gastfreundlichkeit. Danach wollten sie uns wieder zu Wein einladen, doch da es schon recht spaet war, haben wir abgesagt und uns lieber nochmal fuer den naechsten Tag zum Reiten verabredet.

Somit ging es am Dienstag also per Ross auf weite Flur. Wirklich toll! Wahnsinn, wenn man dieses Land sein Eigen nennen kann. Auch denke ich, waren wir fuer Anfaenger teilweise recht schnell unterwegs und sind Huegel hoch und runter ueber Stock und Stein geritten … also nichts mit easy auf der Wiese entlang (Sebs armer Po leidet uebrigens heute noch).

Nach unserem Ritt wurden wir dann noch mit Gemuese aus dem Garten eingedeckt und wir zogen weiter nach Raglan – ein Surferparadies an der Westkueste der Nordinsel. Dort sind wir wieder auf einen tollen Strand mit schwarzem Sand und auch auf Falk getroffen. Am Mittwoch haben wir uns mal wieder Wasserfaelle (Bridal Veils Falls, uebersetzt: Brautschleier-Wasserfaelle) in der Naehe von Raglan angeguckt. Diese waren aber besser als alle, die wir bisher gesehen haben – diesmal 55m hoch und mitten in einer Lichtung im Urwald. Danach sind wir eine sehr anstrengende ca. 30km lange Schotterpiste in Richtung Kawhia gefahren. Aber diese war genial, unbedingt empfehlenswert, auch wenns nicht der schnellste Weg von A nach B ist. Man sieht Urwald, rote Erde, herabstuerzende Haenge und tolle Blicke auf den Aotea Harbour.

In Kawhia, ein kleines verschlafenes Fischernest, sind wir mal wieder an einen schwarzen Strand gefahren. Doch dieser war bisher der beste von allen, weil wir voellig allein dort waren und der Strand schoene Duenen hatte. Ausserdem kann man dort bei low tide Loecher in den Sand buddeln und hat natuerliche Hot Pools. Wir waren allerdings nicht zur rechten Zeit dort, die Ebbe war noch nicht weit genug draussen. Somit sind wir weiter durch herrliche Landschaft nach Waitomo gefahren. Wen haben wir dort wieder getroffen? Natuerlich Falk … echt cool, sich immer wieder zu sehen.

Heute wollten wir endlich mal einen echten Kiwi-Bird sehen, da man das in freier Natur echt vergessen kann. Somit sind wir ins 15km entfernte Otorohanga gefahren, da es dort einen Vogelpark mit einheimischen Voegeln und somit auch Kiwis gibt. Der kleine grosse Kiwi (ist viel groesser als wir gedacht hatten – bis ca. 50cm) ist wirklich ein sehr knuffiges Tierchen, das man mal gesehen haben muss. Er ist uebrigens ein echter Langschlaefer – er schlaeft 20 Stunden am Tag und ist nur in der Nacht aktiv. Deshalb ist es auch so schwierig ihn in freier Natur zu sehen (zusaetzlich zu dem Fakt, dass es nur noch sehr wenige davon gibt).

Anmerkung fuer die Ellis: wir schlafen derzeit in Waitomo im Backpacker Juno Hall, das sehr empfehlenswert ist. Dort kann man auch als Camper stehen und es kostet nur 10$/Person. Backpackers sind wirklich gut, um sich mit anderen Leuten zu unterhalten und interessante Dinge zu erfahren und Tipps zu bekommen! Sollte man mal gemacht haben, ist ne ganz andere Art zu reisen.