Über East Cape und Art Deco Festival nach Napier

Über East Cape und Art Deco Festival nach Napier

Taupo, Neuseeland

In den letzten eineinhalb Wochen haben wir etliche Kilometer (und Tankfuellungen) zurueckgelegt, und einen neuen Satz Reifen gab es ausserdem fuer „Vanni“.

Von Whitianga sind wir in die Naehe von Waihi gefahren und haben in Te Aroha uebernachtet. Eigentlich war es gar nicht geplant, nach Te Aroha (ist Maori-Sprache und heisst uebersetzt „Die Liebe“) zu fahren, da aber die Preise fuer Uebernachtungen in und um Waihi extrem hoch sind, sind wir noch bis zu diesem alten Goldgraeberstaedtchen gefahren. Der Ort entpuppte sich groesser als erwartet und und faszinierte uns mit seinen vielen alten viktorianischen Bauten. Eine echte Augenweite!!

Von Te Aroha aus sind wir zurueck nach Karangahake George am Fuss von Coromandel gefahren. Von hier aus sind wir den „Windows“- Walkway gelaufen, der entlang des Waitawheta River fuehrt. In einer tiefen Schlucht sind wir auf diesem Walkway den Spuren der alten Goldgraeber gefolgt. Auf dem nur einstuendigen Weg ging es entlang alter Schienen, durch alte Tunnel und Stollen (fuer Nachahmer: Taschenlampe nicht vergessen!) und ueber Haengebruecken. Uns faszinierte es, was die Menschen frueher einmal alles in Kauf genommen haben, um ein paar Gramm Gold zu schuerfen. Karangahake selbst war vor 100 Jahren eine richtige grosse Siedlung mit 4000 Bergarbeitern, etlichen Pups, zwei Bands und sogar einem Theater. Heute sieht man davon allerdings nur noch ein paar Ueberreste.

Am Selben Tag haben wir asuch noch auf einem herrlichen Walkway die „Wairere Falls“ besucht. Diese liegen wiederrum hinter Te Aroha und sind 150 Meter hoch. Zu ihnen fuehrt ein herrlicher 45 Minuten Walkway, den wir nur empfehlen koennen!

Am Valentinstag sind wir schliesslich zum East-Cape aufgebrochen. Und wirklich: Hier zeigte sich wieder ein wunderschoenes Stueck Neuseeland, voellig anders und wilder, als wir es vorher gesehen haben. Und das gute dabei war, dass wir wirklich gutes Wetter (30 Grad und keine Wolke am Himmel) hatte. Die Straende auf dem Weg von Whakatane zum East-Cape waren einfach nur wild und naturbelassen: Steinig und viel, viel Treibholz. Immer wieder haben wir an diesen Straenden angehalten und alle moeglichen Muscheln und Hoelzer zum basteln gesammelt (Uebrigens findet man in NZ an jedem Strand andere Muscheln). Und vor uns lag ein herrlicher Pazifik, der nur so gruen- und azurblau erschien. So eine Wasserfaerbung hatten wir bis dahin noch nie zuvor gesehen!

Unsere letzte Station an diesem Tag war eine kleine, alte Kirche auf einem Warf in Raukokore. Wir entschlossen uns spontan, hier ein paar Meter hinter der Kirche wild zu campen und an diesem Tag noch einmal unser Anglergluck zu versuchen. Und die Aktion sollte sich auch lohnen: ich habe eine Art von Makrele, gute 37 cm lang, gefangen. Wahrscheinlich haette ich sogar noch zwei Fische mehr haben koennen. Nur war der eine zu schwer fuer meine Angel und der andere hatte sich beim Herausziehen an einem Felsen mit samt meinem haken aus dem Staub gemacht. Gebraten haben wir uns die frischen Fischfilets (ich hatte in Whangaroa mal gesehen, wie man ein Fisch richtig filetiert) in der Glut unseres kleinen Lagerfeuers. Echt lecker, und frischer geht es gar nicht! Uebrigens haben wir von hier aus einen herrlichen Sonnenuntergang ueber dem Pazifik erlebt.

Am naechsten Tag sind wir weiter zum East-Cape gefahren. Erreicht haben das Cape gegen Mittag und so mussten wir in groesster Mittagshitze mehr als 300 Stufen zum Leuchtturm am East-Cape aufsteigen. Von dort aus konnte man auf den pazifik und die vorgelagerte East Island schauen. Der Leuchtturm stand bis in die 1930er Jahre uebrigens auf dieser Insel. Danach kaufte ein Kaufmann die Insel, befreite sie von allem Zivilisationmuell (inkl. Leuchtturm und spaeter, in den 1960ern, von allen 86 eingeschleppten Ziegen) und ueberliess die Insel sich selbst. Der Leuchtturm steht nun auf dem Festland und leuchtet mit einer nur 50 Watt (!!!!) Gluehbirne ca 19 Seemeilen (35km) weit. Die Gewasser vor dem East-Cape sind sehr gefaehrlich: Allein hier liegen 9 Schiffswracks.

Vom East-Cape aus sind wir schliesslich weiter in Richtung Tokomaru-Bay gefahren, die ebenfalls als guter Platz zum Fischen gilt. Allerdings war die Strecke nicht mehr so schoen wie am Tag zuvor, denn wir fuhren nicht mehr am Wasser entlang. Und eine Baustelle jagte die andere, auf den ca. 100 km waren 20 davon! Echt nervig zu fahren, da jede Baustelle in NZ Grable-Road bedeutet. Aber wir haben es bis Tokomaru- Bay geschafft und dort im Backpackers „Bryans Place“ geschlafen – etwas oberhalb auf einem Huegel gelegen und mit einer herrlichen Terrasse mit Blick aug das Meer. Ein fast perfekter Platz und Abend, nur „Vanni“ schockte uns. Beide Hinterreifen waren innen bis auf das Stahlgeflecht abgefahren – tolle Sch… . Da es natuerlich hier im Umkreis von 40 km keine Werkstatt gibt, sind wir am naechsten Tag frueh am Morgen aufgebrochen um nach Gisbourne zu schleichen. Aber das fruehe Aufstehen hatte auch etwas Gutes: Wir haben an diesem Morgen gegen 7.00 Uhr einen herrlichen Sonnenaufgang auf der Terrasse von „Bryans Place“ erlebt. Auf dem Weg nach Gisbourne hielten wir auch noch einmal, da mitten zwischen den Bergen noch etliche Wolken hingen, auf die wir heruntersehen konnten. Echt genial!!

In Gisbourne gab es einen neuen Satz Reifen (second Hand, was sonst… ) fuer „Vanni“ und wir mussten die Spur einstellen lassen. Uebrigens ist Gisbourne auch ein ganz netter Ort. Und die „MS Europa“ der dt. Happag Lloyd lag im Hafen, was zur Folge hatte, dass wir etlichen aelteren dt. Touristen hier begegneten.
Von Gisbourne aus sind wir weiter auf die Halbinsel Mahia gefahren. Allerdings spielte das Wetter nicht mehr so mit und so erlebten wir den bisher schlimmsten Sturm hier. Bei Sonnenschein wuetete ein echt heftiger Wind, der das fahren fast unmoeglich machte und die Wellen auf dem Meer meterhoch aufturmte. Auf Mahia wirkte die Welt dann voellig unwirklich: Mahia ist eine Halbinsel, die nahezu nur aus Sand und Sandstein besteht. Der Sturm peitschte die Wellen gegen die Sandsteinkueste und dabei war der Himmel fast blau. Voll krass! geschlafen haben wir in Mahia Beach auf den wohl bisher dreckigsten Campground auf Neuseeland – dem Mahia Beach Holiday Park. Liebe Leser, macht darum bitte einen recht grossen Bogen!! Die 10 $ pro Person sind absolut nicht gerechtfertigt! Das Duschen haben wir uns hier verkniffen… In der Nacht fegte auf dem Camground ein Sandsturm uebelster Sorte ueber uns hinweg.

Smastag, den 17. Februar sind wir schliesslich nach Napier gefahren. Und, typisch Anne&Seb-Gluceck: wir kamen wieder genau richtig! Denn an diesem Wochenende fand das Art-Deco Festival statt. Ueberall Oldtimer aus den 1920er Jahren und viele Menschen, die sich im Stil dieser Zeit gekleidet hatten. Ein echtes Schauspiel. Und wirklich: Wir fuehlten uns stellenweise wie Zeitreisende: Manche Strasse waren mit alten Autos zugeparkt und daneben flanierten die Herrschaften im Stil der 1920er vor den Gebaeuden aus dieser Zeit. Abends spielten in den Pubs und Cafes Band Musik aus den 1920ern. Das Motto war sehen und gesehen werden – viele der meist aelteren, verkleideten Menschen standen den Fotografen Modell.

Geschlafen haben wir in napier zwei Naechte lang for free auf einem sicheren Karavan-Parkplatz direkt am Ozean. Das war ziemlich lustig, denn abneds standen dort die Campervans der Backpacker nebeneinander und jedermann bereitete sich auf irgendeinem Gaskocher sein Abendessen. Geduscht haben wir im nahegelegenen SPA-Bad am Sonntag. Fuer 6 $ die Person sind wir Mittags baden gewesen und haben von SPA – Pool neben dem Strand aus auch noch eine Flugshow ueber dem Meer beobachtet.
Die Flugshow fand den ganzen Sonntag ueber dem Strand von Napier statt – so wie sie in Deutschland seit Ramstein nicht mehr moeglich ist. Die „War-Birds“ flogen ihre Manoever direkt ueber den Koepfen der Menschen am Strand, teilweise im extremen Tiefflug! Wahnsinn, und; so wie das ganze Festival; alles ohne Eintritt! Toll!!

Letzten Montag sind wir dann in Richtung Taupo gefahren um zu unserer neuen Arbeitsstelle, dem OPC im Tongaria-National-Park anzuheuern. Leider mehr Schein als Sein! Die „Volonteers“ waren in einem alten Teil des Outdoor-Centers untergebracht. Die Arbeit stellte sich ein wenig als sinnloser Zeitvertreib heraus – taeglich 7 Stunden arbeiten fuer einen Ort, an dem wir uns nicht wohlfuehlten.

Gluecklicherweise hatten wir noch eine Alternativadresse in der Acacia-Bay, in der Naehe von Taupo. Diese haben wir uns angesehen und uns kurzerhand entschlossen, hier zu arbiten. Wir sind nun also in der Acacia Bay im „Tauhara-Center„; einem Tagungscenter mit Unterkunft; und arbeiten am Tag offiziell 5 Stunden (eine davon ist Teepause und Lunchtime… Kiwiart halt!). Fuer Housekeeping, Gardening oder Hilfe in der Kueche erhalten wir hier freie Unterkunft und wirklich lecker (!!!!) Essen. Die Leute dort sind ein wenig alternativ und bunt gemixt. Ohne Backpacker wuerde der Familienbetrieb wahrscheinlich gar nicht funktionieren. Hier fuehlen wir uns wohl und wollen hier 14 Tage bleiben.