Mondlandschaft?

Tanz auf dem Vulkan

Whitianga, Coromandel, Neuseeland

Die letzten Tage sind wir wieder viel herum gekommen! Vor allem ist uns bewusst geworden, wie jung unsere Erde denn eigentlich ist, wenn man bedenkt, dass es nur wenige Meter unter unseren Fuessen noch so heiss war!
Nach unserem Ausflug in den Wai-O-Tapu Park sind wir am Tag darauf zu einer Wanderung um den „Blue Lake“ in der Naehe von Rotorua aufgebrochen. Dieser See hat seinem Namen wirklich alle Ehre gemacht: Im Sonnenschein erschien das Wasser tief blau! Wir fuehlten uns stellenweise wie in Norwegen, da der ganze See von hohen Nadelwaeldern umgeben war.

Beim Abstecher zum nahegelegenen „Green Lake“ erlebten wir wieder einmal, wie wechselhaft in Neuseeland das Wetter sein kann: Binnen nur weniger Minuten zog eine Regenfront ueber den „Green Lake“ und liess uns richtig nass werden. Wenige Minuten spaeter schien dann wieder die Sonne – als waere nichts gewesen.

Am Nachmittag besuchten wir noch den „Lake Tarawera“ und bekamen beim Anblick des Mt. Tarawera eine kleine Vorstellung davon, wie dieser Vulkan 1886 gewuetet und alles im Umkreis zertstoert hat. Faszinierend, dass man heute von diesem Ausbruch nur noch die Krater sieht – alles andere ist wieder bewaldet!

Abends haben wir uns Rotorua noch einmal bei Nacht angesehen und festgestellt, dass man hier durchaus „haengenbleiben“ kann. „Haengengeblieben“ ist hier Anja (mit der wir am Cape Reinga waren und Weihnachten verbracht haben), die wir am naechsten Tag in Rotorua getroffen haben. Sie arbeitet hier inzwischen festangestellt in ihrem Beruf als Floristin.

Spaeter sind wir nach Whakatane gefahren und haben dort quasi im Museum uebernachtet. Das Backpacker „Loyds Lodge“ war komplett im altenglischen Stil renoviert worden. Selbst im Bad hing noch ueberall Bluemchentapete…

Von Whakatene ging es am Donnerstag nach „White Island„, dem aktivsten Seevulkan Neuseelands 50 km vor der Kueste. An Bord unseres Bootes wurden wir mit gelben Helmen und Gasmasken ausgestattet, bevor wir auf der Insel landeten. Zunaechst dachten wir an einen schlechten Touri-Witz, wurden aber recht schnell eines Besseren belehrt! Denn als wir den ersten heissen Daempfen im Krater des Seevulkans naeher kamen, begann es recht schnell uns im Hals zu kratzen… „White Island“ lebte foermlich, denn der Vulkan stiess permanent heissen Dampf aus, den man sogar vom Wasser aus grosser Entfernung sehen konnte.

Dieser Dampf stammte aus dem Hauptkratersee – einer tuerkisblauen, 90 Meter tiefen und stinkenden Bruehe. Uebrigens gab es bis in die 30er Jahre auf dem Vulkan eine Schwefel-Miene. Kaum vorstellbar, dass unter diesem unwirklichen Bedingungen (saurer Regen, kein Trinkwasser und staendiger Gestank von faulen Eiern) Menschen gelebt und gearbeitet haben. 10 von Ihnen sind bei einem Ausbruch ums Leben gekommen. Noch heute kann man die Ruinen der alten Fabrik mit ihren noch immer gefuellten Schwefelsilos sehen.
Auf dem Rueckweg von White Island sind wir auf dem Ozean noch hunderten von Delfinen und Gannats begegnet. Faszinierend, welchen Spass die wilden Delfine hatten, mit unserem Boot mitzuschwimmen.
Noch am selben Abend sind wir bis kurz vor Tauranga gefahren – in das kleine Oertchen Maketu, wo vor hunderten von Jahren die ersten Maoris mit ihrem Kanu gelandet sind. Dort haben wir mal wieder auf einem Campground geschlafen, der uebrigens emfehlenswert ist (wichtige Info fuer die Ellis;-)).

Am naechsten Tag sind wir richtig rein nach Tauranga zum Fusse des Mount Maunganui gefahren. Im Hafen haben wir uebrigens in Strandnaehe einen Oktopus in freier Wildbahn gesehen!
Und wer laeuft uns dirket an der Touri-Info ueber den Weg? Annes Tante und Onkel Ilona und Steffen, die seit zwei Wochen ebenfalls in NZ unterweg waren. Zusammen haben wir uns einen Campground am Fuss des Mt. Maunganui gesucht (der nicht empfehlenswert ist, da teuer und wirklich nicht schoen!) um dann auf den Berg zu steigen. Wir vier sind ein wenig wie die „Friseure“ los, da unser einziger Wasservorrat fuer gut zwei Stunden aus einer viertel Flasche bestand… Dafuer war der Blick vom Mt. Maunganui um so schoener!

Der Einstieg ins Wochenende war fuer uns vier Reisende sehr relaxt! Zusammen sind wir nach Bowentown, einem kleinen Ort auf einer Halbinsel vor Coromandel (nahe Waihi Beach), gefahren und haben einen Badetag eingelegt! Auf dem dortigen Campground haben wir trotz vieler Urlauber einen Platz mit Blick auf dem Ozean ergattert! Uebrigens ist auch dieser Platz sehr empfehlenswert da sauber, neu und vergleichsweise preiswert!
Gestern haben wir vier zusammen 200 km zurueckgelegt. Unsere erste Station auf Coromandel war natuerlich der „Hot Water Beach“. Gebuddelt haben wir nicht, denn das konnten wir uns wirklich sparen! Auf einem Stueck (geschaetzt 100×10 Meter) hatten sich breits etliche Touris einen Privatpool gebuddelt und kaempften stellenweise schon mit der hereinbrechenden Flut! Und wirklich: Pool an Pool – es ging zu wie in einer Sardinenbuechse! Aber zu graben brauchten wir auch nicht, denn es reichte schon sich mit den Fuessen nur wenige Zentimeter in den Sand einzugraben. Und wirklich: das Wasser ist richtig heiss! Der groessere Genuss war es aber, die anderen Touris beim Graben zu beobachten.

Anschliessend legten wir noch etliche Kilometer auf Coromandel (die Halbinsel ist ueberraschenderweise doch sehr bergig) zurueck und landeten schliesslich an der „Cathedral Cove“ bei Hahei – einer wunderschoenen Bucht mit einem ebenso schoenen 45-Minuten Walkway dahin!
Die Suche nach einem Campground gestaltete sich schwierig: Alle Plaetze in dieser Ecke waren suendhaft teuer (Das Schaerfste waren 65 $ fuer ein Tentside! Plus 1$ Muellgebuehr je Person!). Spaet Abends sind wir dann gestern in Whitianga auf dem Harbour-Campground angekommen – fuer den wir keine Empfehlung aussprechen koennen!
Heute Morgen haben sich unsere Wege nach einem gemeinsamen Fruehstueck mit Ilona und Felix (Steffen) wieder getrennt, denn Anne und ich wollen hier auf einer Farm wwoofen. Mal sehen wie es wird!

Uebrigens sind wir unterwegs einer sprechenden Toilette begegnet: Das hypermoderne Ding hat den Toilettengang genau instruiert und zu verstehen gegeben, dass man fuers Geschaeft nur 10 Minuten hat. Dafuer durfte man waehrend dessen herrliche Klaviermusik geniessen… Ach ja, weil wir schon dabei sind: Petersilie ist hier eine Zierpflanze. Zumindest wuchs sie in einem Park in Rotorua als Zierte!