Paris at night

Paris – die Stadt der Liebe …

Im Januar 2009 verwirklichten wir unser nächstes – diesmal kleines – „Reiseprojekt“: Paris. Und das nicht ganz ohne Hintergrund. Denn was kann schöner sein als Vormittags in Heidelberg zu heiraten und abends in Paris in einem netten Restaurant essen zu gehen? Genau so haben wir uns unseren „wichtigsten“ Tag im Leben vorgestellt und genau so ist es auch gekommen.

Lebt man wie wir mitten im Ballungsraum Mannheim hat man es recht einfach schnell in die französische Hauptstadt zu gelangen. Mit dem ICE oder TGW braucht man dafür nur etwas mehr als 3 Stunden. Auch wir haben uns für diesen Weg entschlossen und sind zur besten Feierabendzeit auf dem Pariser Ostbahnhof Gare de l’Est eingetroffen. Mit der völlig überfüllten Metropolitain, der Pariser U-Bahn, sind wir recht schnell auf dem Place de Clichy ganz in der Nähe des bekannten Stadtteils Montmartre zu unserem Hotel gelangt. Unser erster Eindruck von Paris: Völlig wuselig, viele Menschen und verrückte Straßenkreuzungen. Rot gilt in Paris für Fußgänger wie auch Autofahrer nur als Empfehlung.

Am nächsten Morgen haben wir uns sofort in die Pariser Café—Kultur verliebt. Die Cafés wirkten wie aus längst vergangenen Zeiten und die Kellner schienen besonders nett. Typisch auch: Der schnelle Espresso zwischendurch. Die Gäste bestellen möglichst noch im Kommen ihren Espresso und verschwenden noch nicht einmal ihre Zeit damit ihre Jacken auszuziehen, wenn nur eine Minute später das Tässchen auf ihren Tisch steht. Ein kurzes Schwätzchen, zwei Schluck aus der Tasse und schon ist auch die Rechnung bezahlt und man auf dem Weg nach draußen. Wirklich: 5 Minuten!

Nach unserem Pariser Frühstück ging es erstmal mit der gummibereiften Metro zum Louvre, dem Wahrzeichen für Kunstschätze. Einen Rundgang in der Gemäldegalerie haben wir uns nach Warnungen unseres Reiseführers aus dem Kopf geschlagen. Würde man jedes der ca. 60 000 Exponate nur 10 Sekunden lang ansehen wollen, müsste man mehr als 4 Tage in dem Gemäuer verbringen – ein unmögliches Unterfangen für uns wenig Gemälde-Interessierte. Umso faszinierender war für uns der erst 1989 eröffnete neue Eingangsbereich des Louvre mit seinen umstrittenen Pyramiden. Ein Besuch der spätestens seit dem Film „DaVinci-Code“ bekannten umgekehrten Pyramide war da schon wesentlich spannender für uns.

Vom Louvre ging es zu Fuß durch den Jardin des Tuileries zum Place de la Concorde, von wo wir aus zum ersten Mal einen verklärten Blick auf das wohl bekannteste Pariser Wahrzeichen, dem Eiffelturm, hatten. Vom Place de la Concorde ging es auf die Prachtmeile Champs-Elysees mit ihrer Galerie der Edelmarkenshops. Beim ortsansässigen Citroën-Händler haben wir uns erstmal unsere zukünftige Familienkutsche, den Citroën GT 1 angeschaut. Bis dahin hatte ich (Seb) Citroën einen solchen kreativen Autobau nicht zugetraut – siehe Bild!

Den berühmten Arc de Triomphe bekam Napoleon nur als Holznachbau in Lebensgröße zu Gesicht, wir hingegen fertig und aus Stein. Wir beschlossen ihn bei Nacht zu besteigen, um von der oberen Aussichtsplattform das nächtliche Paris zu sehen. Bloß gut, dass es hier eine Fußgängerunterführung gab. Wie war das doch gleich noch mal mit dem Kreisverkehr in Frankreich: Wer rein fährt hat Vorfahrt oder doch umgekehrt?
Vor der Kletterei auf den Triumpfbogen statteten wir noch dem Eiffelturm einen Besuch ab. Es ist gut, daß eine Funkantenne ihn vor seiner Verschrottung nach nur 20 Jahren bewahrte. Diese alles überragende Stahlkonstruktion mitten in der Stadt ist einfach nur gigantisch und beeindruckend. Übrigens kann man hier wählen, wie man den Turm besteigen möchte. Der Eintrittspreis richtet sich nach Plattform und dem ob man den Fahrstuhl nutzt oder nicht – zu Fuß wird alles zwei Euro günstiger.
Unseren ersten Tag schlossen wir mit einem Blick über die Stadt vom Arc de Triomphe ab. Hier gelangen uns euch einige gute Nachtaufnahmen von Paris.

Bei bestem Winterwetter (Sonnenschein und blauer Himmel) besuchten wir am nächsten Tag die beiden Pariser Inseln in mitten der Seine. Los ging es bei Pont Neuf, der wohl bekanntesten Brücke in Paris. Bevor man sich auf alle Sehenswürdigkeiten auf der Insel stürzt, lohnt ein Spaziergang an der Uferpromenade der Íle de la Cité. Beeindruckend wirkt der riesige Komplex aus Justizministerium, Conciergerie und der Kirche St. Chapelle. Nirgends anderswo in Paris haben es die Touristen so sicher wie hier. Zahlenmäßig sind in diesem Komplex die Staatsbediensteten in der Überzahl und kein Weg führt an ihnen vorbei, wenn man die Sehenswürdigkeiten in mitten der Mauern des Justizministeriums sehen will. Wohl völlig unbekannt, da kaum in einem Reiseführer auftauchend ist das Hotel de Dieu, einem alten Krankenhauskomplex aus der römischen Siedlungszeit, der noch heute genutzt wird. Die langen verglasten Flure wirken hier besonders trostlos und bedrückend – ob man hier wirklich schnell wieder gesund wird?

Höhepunkt unseres Inselrundganges war der Besuch des Notre-Dame. Es dauerte mehr als 200 Jahre, dieses Bauwerk zu vollenden. Glücklicherweise mussten wir uns um diese Jahreszeit nicht mit tausenden Touristen herumschlagen, die die Kathedrale besuchen wollen. Unser Reiseführer warnt: Jährlich strömen hier 12 Mio. Besucher in den Kirchenbau. Nur ganze 6000 verweilen zu einem Gottesdienst. Entsprechend laut ist es auch im Inneren der Bauwerkes.

Nach so vielen alten Gebäuden wirkte der Besuch der Ìle de St. Louis, der Kleineren der Pariser Inseln, unheimlich entspannend. Hier geht es eher kleinstädtisch ruhig zu – fast könnte man inmitten der Gassen vergessen, dass man sich mitten in Paris befindet.
Zur Dämmerung genossen wir ein gutes (und preiswertes) 3 Gänge Menü in einem der vielen Bistros im anliegenden Quartier de Latin. Wer es studentisch „wild“ mag, besucht am besten zur Happy Hour die Cocktailbar „Latin Corner“ (schaut einfach selbst;-)).

Unseren letzten Tag in Paris verbrachten wir im mittelalterlichen Stadtteil Montmartre. Unser Reiseführer preiste hier einen vierstündigen Spaziergang zum Sacre Coeur an, um den Stadtteil ein wenig alternativ kennen zu lernen. Übrigens wurde hier der Film die fabelhafte Welt der Amélie aufgenommen. „Alternativ“ lernten auch die vielen anderen Touristen (unschwer am Reiseführer in der Hand) Montmatre kennen. Los ging es am berüchtigten „Moulin Rouge“ hinein in die schmalen Gassen des Stadtteils mit den vielen kleinen Läden. Ländlich wurde es am einzigen noch vorhanden Weinberg in Paris, bevor man von dort den Sacre Coeur erreicht. Der ohnehin schon weiße Kuppelbau wird durch Kalkabsonderung bei Regen noch weißer und ist ein Anziehungspunkt für tausende Touristen. Da auf einem Berg stehend hat man von hier oben einen weiten Blick über Paris..