Paradies-Feeling - Strand von Tanu, Samoa

Mitten im Pazifik

Es ist vorbei! Zumindest mit Samoa und nun fast auch mit Neuseeland. In knapp 6 Stunden fliegen wir nach Australien. Und eigentlich wollen wir das wirklich nicht, aber…

Genug mit der Gefuehlsduselei, hier nun ein paar Eindruecke aus dem Suedpazifik:

Am 27.10. abends ging es ab nach Samoa. Dabei mussten wir ersteinmal nach Auckland fliegen, haben also unser Neuseeland nochmal von oben gesehen. Das war recht cool, nun konnte man hier und da raten, ob das nicht die Golden Bay ist, ob wir nicht gerade ueber den Abel Tasman geflogen sind usw. – nun lag also kein unbekanntes Land mehr unter uns.

Angekommen sind wir in Samoa am 27.10. frueh am Morgen. Nein, das ist kein Verschreibfehler! Wir haben tatsaechlich den 27. zweimal erlebt – erstaunlich, was man an einem Tag so alles erledigen kann (@Kitty: Wir konnten also 48h an deinen Geburtstag denken, cool oder?!) Unser erster Eindruck von Samoa: Hot!

Unsere erste Nacht haben wir auf Upulu und in der Hauptstadt Apia verbracht. Von dort aus ging es am naechsten Morgen mit der Faehre zur zweiten Insel, nach Savaii. Die Faehrueberfahrt war schon ein richtiges Abenteuer. Wir kamen uns als Europaeer hier wirklich vor wie bunte Papageien. Die Samoaner bevorzugten es naemlich, wahrend der Ueberfahrt auf dem Boden zu liegen und zu schlafen. Besonders beeindruckend fanden wir eine aeltere Dame, die ein lebendiges Huehnchen im Plastiksack befoerderte und es wie ein Kuscheltier behandelte… Samoa ist eben eine komplett andere Welt.

Als wir in Savaii ankamen, ueberfielen uns erstmal eine Schaar von Taxifahrern. Wirklich, wir fuehlten uns wie von Haien umzingelt. Mit einem dieser Taxis (das Auto wuerde mit Sicherheit nirgends mehr den Tuev bestehen) sind wir nach Manase gefahren. Manase gilt als der groesste Touristenort in Samoa und hat auch einige Resorts. Damit sind allerdings keine prachtvollen Hotelanlagen gemeint, sondern Unterkuenfte in den traditionellen Fales (siehe Fotos) bei Samoanischen Familien.

Der weisse Sandstrand hier ist unglaublich. Wirklich wie aus den Reisekatalogen – selbst die Farben sind nicht irgendwie manipuliert!

Unsere Unterkunft war ebenfalls eine solche Fale. Diese lag direkt am Strand und hatte eine Kokospalme, Papaya-Baeume und Bananenstauten vor der Haustuer. Zur Begruessung gab es Milch aus einer frischen Kokosnuss. Wir haben erstmal einen Tag gebraucht um zu realisieren, dass wir hier wirklich sind – wie im Paradies.

Im Grunde genommen haben wir die ganze Zeit in Samoa an unserem Strand gefaulenzt, haben gelesen, waren im Dorf unterwegs sind mindestens 20x am Tag geschwommen! Zwischendurch haben wir uns mal ein paar Fahrraeder ausgeliehen und sind immerhin 16km zum naechsten Dorf gefahren, um mit Meeresschildkroeten schwimmen zu koennen. Ein Erlebnis fuer sich selbst!

In einem riesigen Pool befanden sich etliche grosse Meeresschildkroeten, die um einen herumschwammen. Das war Anfangs ziemlich komisch, denn natuerlich beruehrten uns die Schildkroeten auch. Aber nach einer Weile hatten wir uns dran gewoehnt und genossen es, mit ihnen im Wasser zu sein. Diese Urviecher moegen uebrigens liebend gern Papaya als Futter – sie stuerzen sich wie Haie darauf.

An einem anderen Tag waren wir im Riff schnorcheln. Mit dem Kayak sind wir mit unserem schweizer Guide (ein echter Aussteiger, denn er wollte schon immer mal auf einer „einsamen“ Insel leben) an einen ruhigen Strand gefahren. Von dort aus ging es ins Riff. Schon 10 Meter vom Strand entfernt haben wir die ersten Korallen gesehen. Wir kamen uns vor, als wuerden wir durch ein Aquarium schwimmen. Ueberall Korallen verschiedenster Arten und zwischendrin bunte Fische a la „Findet Nemo“. Diese Welt unter der Wasseroberflaeche war einfach nur wundervoll.

Und regnen kann es in Samoa durchaus ziemlich heftig! Wir haben ein paar gute Schauer abbekommen, was aber angesichts von dauerhaften 26 Grad Lufttemperatur nicht weiter schlimm war. Wir waren einfach baden oder haben am Strand gestanden und die Suesswasserdusche genossen.

Letzten Freitag mussten wir dann leider schon wieder in Richtung Apia aufbrechen. Um die Faehre zu erreichen, sind wir diesmal nicht schrotttreifes Taxi gefahren, sondern haben den oeffentlichen Bus genommen. Und Busfahren in Samoa ist das Erlebnis schlechthin (siehe Bilder!!). Man steigt in den Bus ein und denkt: ‚Verdammt, die naechsten anderthalb Stunden muss du stehen…‘ Aber von wegen. Irgendwie schafften es die bereits 60 Insassen sich so zu sortieren, dass es ploetzlich wieder zwei Sitzplaetze gab. Und das funktionierte so bei jeder Haltestelle! Als Begleitmusik hatten wir uebrigens lautstarke Weihnachts-Raggie- Musik…

Auf Upulo haben wir uns ein Auto ausgeliehen und sind den ganzen Tag noch auf der Insel herumgefahren. Mehr als 50 km/h zu fahren war nicht drin. Nicht wegen des Autos, sondern wegen irgendwelchen wilden Schweinen oder Hunden auf den Strassen, auch Kinder lieben es hier am Strassenrand zu spielen.

Die Doerfer, die wir hier so gesehnen haben, sind wirklich sehr einfach. Die meisten Menschen leben in den traditionellen Fales und waschen ihre Waesche und sich selbst noch in den Fluessen. Die einzigen modernen Bauten hier in Samoa sind die Kirchen – ca. 1000 bei 120.000 Menschen, die hier leben!

Beim Schwimmen in einer blauen Hoehle, irgendwo mitten in der Pampa, haben wir noch ein aelteres deutsches Paar getroffen. Die beiden sind mit uns zurueck nach Apia getrampt und haben mit uns den Abend verbracht.

In Apia waren wir noch auf dem Markt, der hier eigentlich so etwas wie der Supermarkt ist. Hier wurde alles verkauft: Fruechte, Essen und auch Handwerkskunst. Leider war fuer unseren europaeischen Magen nichts appetitliches dabei, unser Lunch bestand nur aus ein paar Kraeppelchen.

Mitten in der Nacht ging es wieder zurueck nach Neuseeland, wo es gut 15 Grad kaelter war und regnete – was fuer ein Temperaturschock!! Hoffentlich ist es in Sydney wieder waermer…