Bunte Madeira-Echsen

Madeira – Portugals Außenposten im Atlantik

Der verregnete Sommer 2011 macht uns die Entscheidung schwer: Ein spontaner Urlaub im Süden Frankreichs oder lieber doch ein Flug auf eine Insel mit Sonnengarantie. Wir entscheiden uns dann doch für Letzteres und entdecken, dass die portugiesische  Atlantikinsel „Madeira“ für uns Aktivurlauber genau das Richtige ist. Im ganzjährig milden Klima kann die Insel zu Fuß auf unzähligen Pfaden und entlang der sogenannten  Levadas (Wasserkanäle)  erkundet werden. Im Sommer vereinfachen Direktflüge ab Deutschland die Anreise auf die Insel. Während der Wintermonate ist die Insel nur umständlich mit Umsteigen in Lissabon erreichbar.

Die Landung auf Madeira ist aufregend: Nur knapp neben der Steilküste müssen die Flugzeuge in einem komplizierten Manöver über der Landebahn einschwenken und auf dem Punkt genau aufsetzen, um nicht über die Landebahn hinauszuschießen. Mehrere Anläufe oder gar Landeabbrüche sind nichts ungewöhnlich – aber wir haben Glück. Aus dem grauen Deutschland gerade entflohen, empfängt uns die Insel mit strahlendem Sonnenschein, blauen Himmel und lauem Seewind.

Auf den ersten Blick erscheint uns die Insel wie ein riesiges Stück Schweizer Käse. Um von A nach B zu gelangen, schlängeln sich die Straßen entlang steiler Hänge und durch unzählige Straßentunnel. In Canico de Baixo, südöstlich der Hauptstadt Funchal, beziehen wir unser Quartier – ein komfortables Apartment von einer privaten Vermieterin. Solche Ferienwohnungen gibt es auf der Insel sehr viele und sind eine gute Möglichkeit, sich preiswert und fernab von Bettenburgen (die es hier im Süden gibt) unterzubringen.

Uns fällt in Canico eine Besonderheit der Insel auf: Strände gibt es zwar, jedoch sind diese meist schwer zu erreichen und sehr steinig. Oft wurde im Wasser eine Art Schwimmbad betoniert, um überhaupt einen Einstieg in das Wasser zu ermöglichen. Speziell in Canico sind diese Badestellen dann entweder über eine Seilbahn oder mit einem Aufzug zu erreichen. Da wir aber nicht nur zum Baden hier sind, können wir uns damit arrangieren.

Unser erstes Wanderziel ist der schroffe Ostzipfel der Insel, die Ponta de Sao Lourenco. Hier erhebt sich die Steilküste besonders hoch und schmal über den Atlantik. An Vegetation gibt es nicht viel, nur ein paar Sträucher und von der Sonne verbranntes Gras. An den Steilküsten fallen uns die erstarrten Lavaschlote von erloschenen Vulkanen auf, die dank Erosion gut sichtbar sind. Außerdem machen wir unsere erste Bekanntschaft mit den „Madeira“ – Echsen, die sich zahlreich auf Steinen sonnen und dort in den verschiedensten Farben schillern. Angst vor den Menschen kennen die Tiere offensichtlich nicht, denn sie klettern sogar auf Anne’s Hand.