Chinatown in Singapur

Letzte Station Singapur

Wer nach Malaysia reist, sollte auch den angrenzenden Stadtstaat Singapur nicht verpassen – so dachten wir zumindest – und haben uns die letzten drei Tage unserer „großen“ Reise hier eingeplant.

Mit dem Bus ging es von Penang aus (siehe Karte Malaysia) über Nacht in Richtung Süden nach Singapur. Da wir die Nacht auch gern ein bißchen schlafen wollten, haben wir bei der Ticket-Buchung nicht gegeizt und uns quasi die First Class unter den Reisebussen ausgesucht, mit Liegesitzen. Diese waren herrlich groß um sich auch wirklich „hinein zu knietschen“ und drei verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, so dass man wirklich fast waagerecht liegen konnte. Sogar eine persönliche Leselampe und Bord-Entertainment-System gab es, wenn es denn funktioniert. … So was würden wir uns mal auf unseren Langstreckenflügen wünschen, doch da fehlt uns wohl noch das nötige Kleingeld…

Die Einreise in ein neues Land auf dem Landweg war auch mal eine neue Erfahrung für uns und lief zum Glück recht easy ab (darauf waren wir angesichts der vielen strengen Regelungen in Singapur schon gespannt drauf). In Malaysia an der Grenzstation raus aus dem Bus, durch die Passkontrolle gehen und Ausreisestempel abholen; dann eine fast 10-minütige Fahrt durch Niemandsland; an der Grenzstation nach Singapur wieder raus aus dem Bus, diesmal mit allem Reise-Hab-und-Gut, dieses durchleuchten lassen inklusive uns selbst und wieder Passkontrolle; damit hatten wir es geschafft: Welcome to Singapore.

Trotz dass wir in unserem tollen Reisebus gut Schlaf abbekommen hatten, waren wir doch ziemlich geschlaucht von der Nachtfahrt. Somit haben wir fast den ganzen restlichen ersten Tag im botanischen Garten abgehangen. Dies war eine Wohltat!

Singapur ist – überraschenderweise – so ganz anders als Malaysia. Dies fing schon mit dem Taxi-fahren an. Wie wir es in Malaysia gewohnt waren, winkten wir ein Taxi herbei, sagten wo wir hin wollten und fragten sogleich nach dem Preis, um eine ausgesprochene Zahl zu haben, auf die man sich verlassen kann bzw. auch eine Verhandlungsbasis zu haben. Der Taxifahrer wies uns freundlich daraufhin, dass er mit einer Messuhr fährt (was in Malaysia nur theoretisch der Fall war) und somit der Kilometer den Preis bestimmt. Während der Fahrt klärte er uns dann auf, dass wir in Singapur nie nach dem Preis fragen sollten, sondern einfach nur einsteigen und sagen, wohin man will. Ein Taxifahrer in Singapur würde nie ohne Messgerät fahren, da er sonst mit erheblichen Bußgeldern rechnen müsse.

Von außen wird Singapur auch „The fine country“ genannt, was nicht etwa „Ein feines Land“ heißt, sondern soviel wie „Bußgeld-Land“. So ist es verboten Kaugummis oder Zigarettenkippen auf die Straße zu schmeisen. Dementsprechend sauber sieht es in der Stadt aus (im Gegensatz dazu ist Müll in Malaysia ein absolutes Problem). Auch ist es verboten im Umkreis von 50m von einer Ampel einfach so über die Straße zu gehen ohne die Ampel zu benutzen … Also nichts im Vergleich zur Gefahr, in die man sich als Fußgänger in Malaysia beim Straße-überqueren begibt.

Auch ist schöne alte Bausubstanz gepflegt, mit frischer statt abblätternder Farbe. Es gibt viele hohe Glas- und Stahlbauten. Die ganze Stadt wirkt seeehr modern und somit auch irgendwie westlich. Shopping scheint sehr wichtig. So sind wir z.B. zwei Stunden mit einer Art Stadtrundfahrtbus herumgefahren, wo an jeder Station erzählt wird, was man da so machen kann. Ich (Anne) glaube, an jeder zweiten oder dritten Station wurde erzählt, wo die nächstgelegene Shopping-Meile ist. Man spürt wie die Stadt von Geld und Business geprägt ist.

Was uns in Singapur begeistert hat, ist das viele GRÜN. Die Stadt ist durchzogen von großen grünen Bäumen, exotischen Grünplanzen, die rechts und links der Straße angepflanzt sind. Trotz der vielen Menschen und dem allgegenwärtigen „Shopping Shopping!“ fühlt sich die Stadt dadurch irgendwie ganz angenehm an. Auf der anderen Seite fehlt das Abenteuerliche, Spannend-Chaotische, wie wir es in malayischen Städten erlebt haben.

Man kann wohl einfach sagen, wöllte man Kuala Lumpur und Singapur miteinander vergleichen; das geht gar nicht richtig. Wir haben beide Großstädte als sehr gegensätzlich empfunden, doch jede hat ihren ganz eigenen Charakter und Reiz. Faszinierend ist es aber doch wie zwei angrenzende Staaten mit den prinzipiell gleichen Bevölkerungsgruppen (zwar in unterschiedlichem Verhältnis) voneinander so unterschiedlich sein können.

Angesichts heftig tropischer Regengüsse an unserem zweiten Tag konnten wir gar nicht so viel Sightseeing betreiben, doch „Little India“ und „Chinatown“ war natürlich ein Muss. An unserem letzten Abend sind wir noch einmal in einer sehr leckeren Garküche nähe Chinatown gelandet mit äußerst leckerem Essen (im Gegensatz zu unserer Anfangszeit in Malaysia haben wir dieses inzwischen sehr schätzen gelernt, insbesondere die indische Küche hat es uns angetan) – quasi perferkt für unseren Abschluss.

Am 09.September eine Minute vor Mitternacht sollte es dann soweit sein – der Flug nach Hause! Endlich… nach für Manchen so kurz gefühlter und doch so langer Zeit.