Eingangsgebaeude der Cable Car

Entspannte Woche vor Wellington

Wellington, Neuseeland

Ohne grosse Umwege sind wir am vergangenen Samstag von Palmerston North nach Wellington gefahren. Da wir ja wussten, dass Wellington eine bussy Stadt ist, haben wir uns in Paekakariki im gleichnamigen Backpacker einquartiert. Ich kann Euch sagen – einfach nur herrlich! Das Backpacker ist ueber der Tasman-Sea gelegen und man konnte jeden Abend einen herrlichen Sonnenuntergang geniessen. Mit viel Glueck (das wir hatten) ist von hier aus auch die Suedinsel mit den Malborough-Sounds zu sehen. Und komfortabel eingerichtet war es hier auch noch.

Sonntags sind wir dann zum ersten Mal in NZ Bahn gefahren. Wir haben uns entschlossen den Zug zu nehmen, da dies der beste und guenstigste Weg war (und ist), um in die Stadt zu kommen. Die Parkgebuehren in Wellington sind naemlich sehr hoch und Parkplaetze rar. In Wellington selbst sind wir gut 6 Stunden gemuetlich herumgelaufen: Vom Bahnhof, ueber das Queenswarf mit Te Papa (deeeeeem Nationalmuseum in Neuseeland), ueber die Stadt mit ihren Haeuserschluchten und zu guter Letzt natuerlich durch das Regierungsviertel. Zwischendurch sind wir auch Caple-Car gefahren – ein teures „Must Do“ in Wellington, denn wir mussten pro Person fuer 10 Minuten Fahrt oneway 2.50 $ loehnen. Lustigerweise sind wir im Hafen fuer eine Weile auf einem italienischen Festival haengen geblieben. Dort haben wir uns natuerlich erstmal durch diverse suedeuropaeische Wurst- und Pestospezialitaeten durchgefuttert (alles Kostproben natuerlich) . Als wir an diesem Abend in unser Backpacker zurueckkehrten, wartete eine kleine Ueberraschung auf uns. Denise, Host vom Backpacker, sprach uns an, ob wir nicht Lust haetten, fuer ein paar Tage taeglich 2 h beim Housekeeping und im Garten zu helfen und dafuer ein Dach ueber den Kopf zu bekommen. Wir haben nicht wirklich lange ueberlegt und zugesagt – wir fuehlten uns hier eh schon wie „zu Hause“.

Die Woche haben wir ziemlich relaxt begonnen. So haben wir am Montag und Dienstag ein wenig gearbeitet und nur herrlich lange Strandspaziergaenge gemacht. Denn der Strand hier an der Westkueste war zu unserer Ueberraschung mal wieder schoen sandig und reich bestueckt mit Muscheln aller Art und Groessen. Wir haben das Strandgut wirklich beutelweise nach Hause geschleppt – ob wir das jemals nach Dtl. bekommen? Ach ja und Anne hat mal wieder ein ordentliches Buch zum Lesen gefunden und ca. 450 Seiten in drei Tagen verschlungen!

Mittwoch haben wir noch einmal ein Ticket nach Wellington geloest und haben den Nachmittag und Abend in der Stadt verbracht. Inzwischen hatten wir fuer uns naemlich auch festgestellt, dass die Stadt zwar bussy ist, aber durchaus irgendwie ihren Charme hat. Den Nachmittag haben wir im Te Papa verbracht. Wahnsinn! Wir hatten natuerlich zu wenig Zeit, um alles zu erkunden – die Ausstellung ueber Neuseeland war einfach zu gross. Aber stellenweise fuehlte ich (Seb) mich wieder wie auf der Expo 2000 – alles war hier interaktiv und multimedial aufbereitet. Z.B. konnte man lernen, aufgrund welcher physikalischer Eigenschaften ein Vogel fliegt, indem man einen Menschen am Computer in einem virtuellen Labor zu einem Vogel umgebaut hat. Oder wir erlebten z. Bsp. auch, wie sich ein Erdbeben in einem Haus anfuehlt – nicht unbedingt nett, aber interessant. Und, und, und – einfach nur genial. Unserem Medientechniker ging das Herz ueber…

Abends sind wir dann das erste Mal in NZ richtig „weggegangen“ und waren einmal lecker essen.
Donnerstag und Freitag waren wieder relativ entspannt fuer uns. Wir sind wieder in Paekakariki geblieben und haben mal was fuer unser Auto getan – naemlich die WOF (Warrant Of Fitnes, die war Anfang April eh faellig). Dies ist vergleichbar (zumindest im Sinn und Zweck) mit dem TUEV in Dtl, aber hier wesentlich einfacher und relaxter. Wir haben die WOF quasi im Vorbeigehen bekommen – es war 10 Minuten vor Feierabend in der Werkstatt.

Freitag abends waren wir mal wieder am Strand unterwegs, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Im Halbdunkeln haben wir zwei „Angler“ getroffen. Die beiden hatten eine 600 m lange Leine per Miniboot ausgeworfen – mit 18 Haken dran. Wir haben ihnen spontan geholfen, die 600 Meter Leine plus Fang einzuholen. Als Lohn gab es fuer uns einen stattlichen Red Snapper, den wir gut filetiert im Backpackers genossen haben. Damit hatten wir wirklich noch einmal Glueck auf der Nordinsel! Denn selbst haetten wir keinen mehr fangen koennen. Dem Snapper ist es naemlich auf der Suedinsel ein wenig zu kalt.
Heute haben wir spontan dann auch mal richtig unser erstes Geld verdient! Wir haben einer Dame im Dorf geholfen, Feuerholz zu ihrem Haus auf einen Huegel zu schleppen. Alles in allem also eine erfolgreiche und entspannte Woche!

Nun sitzen wir in Wellington und warten auf unsere Faehre, die uns 1.55 Uhr nach Picton bringt. Uebrigens roch es vor dem Internet-Cafe gerade verdaechtig nach Gras… Hier kann man „Partypillen“ legal im Laden um die Ecke kaufen – voll krass!