Hier dampft es wirklich aus jdem Loch in der Erde... Craters of the Moon

Craters of the moon

Taupo, Neuseeland

Mittlerweile haben wir uns richtig in Tauhara-Center eingelebt und fuehlen uns ziemlich wohl hier. Uns erstaunt die Gemeinschaft hier immer wieder, man merkt ihre spirituellen Urspruenge: So begann unser Arbeitstag vor zwei Tagen mit „Kartenlegen“. Die Karten zeigen verschiedenste Symbole (Orte und Tiere oder Himmelskoerper), die typisch fuer NZ sind. Jeder in unserer morgendlichen Runde zog also eine Karte mit einem Symbol. Zu jedem Symbol gab es in einem dazugehoerigen Buch ein Gedicht (mit Maori-Urspruengen), das jeder laut vorlas. Ziemlich einfach, aber eine schoene Variante eines „Morning – Meetings“.

Die Urspruenge des Centers gehen uebrigens auf die Ritter der Tafelrunde in England zurueck – eine Gruppe ihrer spirituellen Nachfolger ist vor 30 Jahren nach NZ ausgewandert und hat das Center gegruendet.
Besucht haben wir am Sonntag die „Craters of the Moon“ in der Naehe von Taupo. Wie auf dem Mond sieht es hier nicht wirklich aus, aber auf einem riesigen Gebiet dampft es so ziemlich aus jedem Loch in der Erde. Der Dampf ist aber schwefelsaeurehaltig und zerstoert somit die Gesteinschichten. Das poroese Getein bricht irgendwann in sich zusammen – Krater entstanden. Vergleichbar ist das Gebiet mit dem „Wai-O-Tapo“- Park in der Naehe von Rotorua in seinem Urspruengen vor tausenden von Jahren.

Nur so ganz natuerlich sind die „Craters of the Moon“ dann doch nicht. Sie sind naemlich erst in den letzten 50 Jahren nach der Inbetriebnahme eines nahegelegenen geothermalen Kraftwerks entstanden. Infolge dessen, dass das Kraftwerk das unterirdische heisse Wasser zur Energiegewinnung (5% von ganz NZ) nutzt, senkt sich der Grundwasserspiegel immer mehr ab. Immer mehr Wasser verdampft unterirdisch und zertstoert mit der enthaltenen Saeure das darueberliegende Gestein. Wer weis, in ein paar hundert Jahren sind die „Craters of the Moon“ vielleicht ein einziger, riesiger Schlammpool…

Sonntag Abend waren wir in Stan’s (der Koch, uebrigens gebuertiger Brite und vor 20 Jahren nach NZ ausgewandert) kleines Haeuschen eingeladen. Anlass war die Einweihung seiner neuen Haengematte und Resterverwertung aus der Grosskueche. Bis spaet Abends haben wir zusammen mit den anderen „Arbeitern“ aus dem Center auf der Terrasse gesessen und gequatscht. Ein richtig cooler Abend!

Heute ist unser „Day Off“ – unser erster freier Tag! Den haben wir genutzt, um in der Mittagshitze auf den Mt. Tauhara zu steigen. Der Aufstieg hat sich gelohnt: Herrlich die Aussicht von hier oben (aus ca. 1100 M) auf den Lake Taupo und die Umgebung – uebrigens ein riesiges Waldgebiet, in dem Forstwirtschaft betrieben wird. Ungelogen: Wir haben von dort oben gehoert, wie Baeume abgesaegt wurden und krachend in den Wald gefallen sind. Nach dem Abtieg war natuerlich ein Bad im Lake Taupo Pflicht! Uebrigens ist dieser der groesste Suesswassersee von Australasien – fuer uns mal wieder Gelegenheit im Suesswasser ohne Salzkruste zu baden.