unser Schlafplatz in der Stoney Bay

Coromandel-Halbinsel intensiv

Whitianga, Coromandel, Neuseeland

Tja, das schoene am Backpacker-Leben ist, auch einmal nein sagen zu koennen und nicht jeden Job machen zu muessen… Wie wir letztens ja geschrieben hatten, wollten wir in einer Komune wwoofen. Wir haben uns diese Komune jedoch etwas zivilisierter vorgestellt!

Es war schon mal ein Abenteuer, zu dieser Farm zu gelangen. Mehrere Kilometer uphill und unsealed road – wir dachten wirklich, unser armer Vanni faellt auseinander! Und als wir die Komune schliesslich sahen, ist es uns erst richtig vergangen: Die lebten irgendwie alle im Sperrmuell (Das Sofa im Gemeinschaftshaus oder besser im Sheepsheed war mindestens 60 Jahre alt und genau so verstaubt) und hatten es leider auch nicht mit fliessendem Wasser. Kurzentschlossen sind wir umgekehrt und ueber die Road 309 (ein besserer Feldweg nach Coromandel Town) nach Colville gefahren.

Die naechsten Tage haben wir auf einem 1260 ha grossen Farmland mit Goat-Huntern verbracht. Die Goat-Hunter (Ziegenjaeger) machten in den Bergen und Waeldern der Farm Jagd auf wildlebende Ziegen, die genauso wie die Possums hier in NZ eingeschleppt wurden. Ingesamt sind wir hier fuenf Naechte geblieben und haben trotz durchwachsenen Wetters ziemlich intensiv Coromandel erlebt. Ueberhaupt war die Farm wie ein riesiger Abenteuerspielplatz: Neben Waeldern gab es zahlreiche Streams und Wasserfaelle, man haette allein auf der Farm fast einen ganzen Tag auf verschiedenen Walkways verbringen koennen. Gemacht haben wir nur einen Walkway zu einer verlassen Goldmiene mitten in den Bergen der Farm. Fuer uns war dieser Tripp der bisher abenteuerlichste, da wir im Regen unterwegs gewesen sind und die Wege sehr steil und kaum ausgezeichnet waren.

Am Mittwoch hatten wir uns entschlossen, einen halben Tag lang die Goat-Hunter zu begleiten. Also ging es mit vier Jaegern, sechs Hunden und Jeeps in den Busch. Kaum waren wir am Ziel angekommen, sprangen unsere vier Jaeger aus dem Auto und rannten auf einen Huegel. Zu viert nebeneinander schossen sie auf eine Herde wilder Ziegen. (Die Ziegen sind ueberhaupt nicht vergleichbar mit unseren europaeischen Hausziegen. In NZ sind sie wesentlich groesser und leben auf steilen Haengen. Sie muessen geschossen werden, da sie sonst systematisch den Busch auffressen wuerden).

Weiter ging es mit unseren Jaegern auf die Berge – querfeldein und in einem atemberaubendem Tempo. So schnell, dass Anne nach einer halben Stunde aufgab und zurueck zur Farm ging. Ich folgte meinem Jaeger Jerry noch ein paar Stunden. Wir haben zwar nur drei Goats erwischt, aber schon allein wegen des Ausblicks von den Bergen auf das Umland hat sich dieser Hike gelohnt! Ich beneidete am folgenden Tag die Maenner wegen ihrer Kondition! Mir taten alle Knochen aufwaerts der Fuesse weh und die Jungs zogen schon wieder 8.00 Uhr fuer wenigstens 6 Stunden in den Bush. Denn Jagen ist in NZ voellig anders: Man lauert nicht auf seine Beute, sondern man rennt ihr hinterher – wo entlang spielt keine Rolle!
Also erholten wir unsere Knochen am Donnerstag in Coromandel Town. In der Stadt ist ein wenig die Zeit stehengeblieben – alles wirkte ein wenig wie aus einer laengst vergangenen Zeit. Wir haben uns uebrigens hier eine Angel besorgt (fuer Kinder, da sie die billigste war und trotzdem gut 2 Meter lang ist), die wir noch am selben Abend erfolglos ausprobiert haben.
Den Freitag haben wir folglich mit Fischen zugebracht. Viele Bisse, etlichen Haken haben wir eingebuehsst, aber angebissen hat kein Fisch. Abends gab es dafuer aber Goat-Braten bei den Jaegern. Uebrigens hatten unsere Jaeger in der vergangenen Nacht mit einem halben Pukeko und einer Reuse etliche grosse Aale im farmeigenen Bach gefischt.

Samstags sind wir schliesslich von unserer geliebten Farm aufgebrochen und 25 km unsealed Road zur Stoney Bay gefahren. Noch am selben Tag sind wir 7 Stunden lang den Coromandel Coastal Walkway zur Fletcher Bay gelaufen. In der schwarzen Poley-Bay erlebten wir den rauen Ozean – meterhohe Wellen klatschten auf schwarzes Gestein – ein herrliches Schauspiel! Geschlafen haben wir auf einen einfachen, aber teuren D.O.C.-Campground, nachdem wir unseren Tee am offenen Lagerfeuer fast neben dem Ozean zubereitet hatten. Und die Nacht war sternenklar… echt romantisch!

Nach einem langen Auschlafen sind wir gestern zurueck in Richtung Whitianga gefahren und haben kurz vor Whitianga geschlafen. Ich hatte es gestern noch einmal mit dem Fischen probiert. Zusammen mit einem einheimischen Angler stand ich auf den Klippen und wurde immer Mal von der rauen See durchweicht. Und gebissen haben die Fische (oder besser kleine hungrige Red-Snapper) auch. Im Minutentakt haben die Fische uns die Koeder abgefressen. Mein allererster Fisch am Haken war dann auch noch ein Steinfisch – ungeniessbar, da giftig. Von den erhofften Snappern habe ich nichts abbekommen.

Heute wollen wir noch weiter nach Waihi, um den Spuren der alten Goldgraeber zu folgen. In dieser Woche wollen wir das East-Cape erfahren! Wundert Euch also nicht, wenn ihr so bald nix von uns hoert!