Mueller's Hut mit Blick auf Mt. Cook, New Zealand

Bye, Bye Christchurch … hello South Island

Dunedin, Neuseeland

Wir haben es geschafft! Wir sind wieder auf vier Raedern unterwegs um den „Rest“ Neuseelands zu erkunden. Der Abschied von unser geliebten Chesterstreet ist uns nicht gerade leicht gefallen… Und wir haben nun doch schon wieder sooooooooviel erlebt! Hier ein kurzer Abriss der vergangen zwei Wochen:

Zusammen mit Anja, quasi auch zum Abschied (wir werden Anja erst wieder in Dtl. sehen, denn sie muss leider schon bald nach Hause); sind wir sonntags kurz mal ueber den Arthurs-Pass zur Westkueste nach Greymouth geflitzt. Natuerlich nicht mit dem Auto – waere ja zu langweilig. Nein, wir haben die Bahn genommen, komfortabel und mit einer offenen Aussichtsplattform mitten im Zug. Und Bahn fahren macht in NZ wirklich Spass! Zwar spielte das Wetter bei der Hinfahrt nicht so mit, dafuer gab es aber Freilufterfahrung bei Tunneldurchfahrten! Tausendmal besser als ICE!!! Auf dem Rueckweg von Greymouth nach Christchurch hatten wir besseres Wetter – und die Southern Alps mit Schaefchenwolken um uns. Ich kann da nur sagen: Schaut Euch die Bilder an!

Nachdem wir ein paar Tage spaeter unser Auto bekommen haben und uns schweren Herzens von allen in der Chesterstreet verabschiedet hatten, sind wir in Richtung Lake Tekapo aufgebrochen. Dort sind wir auch erstmal zwei Naechte geblieben, da uns der See so gut gefallen hat. Wir haben einen Walk auf den anliegenden Mt. John unternommen und von dort oben aus den Lake Tekapo und die schneebedeckten Southern Alps bestaunt. Die Church of the Good Shepherd haben wir nur Abends, dafuer aber im herrlichsten Sonnenuntergangslicht gesehen. Ansonsten wuerde man sich mit tausenden (ok, vielleicht zehn) Campervans und zugehoerigen Touris rumaergern, die einem das Bild versauen…

Von Lake Tekapo ging es ueber einen wirklich scenic Wasserkanal (angelegt zwecks Energiegewinnung via Wasserkraft) zum Lake Pukaki. Fuer das Stueck Kanal, ca. 25 km, haben wir ca. 2h Stunden gebraucht, das wir hinter jeder Flussbiegung anhalten mussten um die Southern Alps zu fotografieren, die sich im Wasser spiegelten. Ganz wie dieTouris haben wir auch an einer Salmo (Lachs) Farm angehalten. Nicht um die armen Fische zu essen, sondern mit ihnen beim Fuettern zu spielen. Diese Tierchen wurden wirlich ihre letzte Flosse fuer ein Stueck Fichfutter geben … (siehe Bild!)

Zurueck aber zum Lake Pukaki. So einen blauen See haben wir noch nie gesehen!! Blau und blauer als blau! Krass! Ursache dafuer ist das sich sammelnte Gletscherwasser vom Mt. Cook und Mt. Tasman aus den Suedalpen. Die mitgebrachten Schwebeteilchen brechen das Sonnenlicht so, dass der See tiefblau erscheint! Und hinter dem See erhob sich auch noch bei klarem Wetter Mt.Cook – sagenhaft!
Mt. Cook, bzw. Mt. Cook Village haben wir am fruehen Nachmittag erreicht. Nach einen Walk durch das Hooker Valley, von dem man aus einen guten Blick auf Gletscher und Gletscherseen hat, haben wir uns auf eine alpine Winterkletterei zur Mueller Hut am Mt. Oliver vorbereitet.
An den naechsten beiden Tagen haben wir den wohl bisher haertesten „Walk“ bisher gemacht. Wir sind mit vollem Equiqment (Rucksaeck mit warmen Klamotten, Kocher etc, und Spezialausruestung in Form von Steigeisen und Wanderstoecken und Stulpen gegen den Schnee) von 750 Meter auf 1800 Meter in den Schnee aufgestiegen. Der Schnee kam bereits ab 1200 Meter und machte und ziemlich zu schaffen. Denn wir mussten mit Steigeisen ca. 600 Meter steil eine Bergwand nach oben. Zwischedurch versanken wir teilweise huefttief im Schnee. Nach fast fuenf Stunden Kleterei hatten wir unser Ziel, die Mueller Hut, im Schnee gefunden.

Von dort aus konnten wir einen herrlichen Sonnenuntergang am Mt. Cook und den umgeben 3000enern Bergen sehen. Gigantisch so allein mitten in dieser weissen Berglandschaft. Was folgte war die schlimmste Nacht unseres Lebens! Abends schoben sich schon ein paar Wolken ueber die Bergwipfel in Richtung Tal. Gegen Mitternach frischte der Wind auf und begann durch alle Ritzen der Berghuette zu pfeifen. Angst machte sich vor schlechtem Wetter in uns breit… Angst, den Rueckweg nicht zu finden und hier oben abgeschitten zu sein – allein! Schlimmer wurde das Gefuehl auch noch am naechsten Morgen, als Schnee zu fallen begann und der Wind staerker wurde. Das Tal war kaum noch auszumachen… Der Weg war aber noch sichtbar. Wir haben die Klamotten zusammengeschmissen und sind ohne Fruehstueck im Schneesturm losgelaufen. Unser einziger Gedanke war: Nur noch runter von diesem Berg… Den Abstieg haben wir trotz aller Wiedrigkeiten in drei Stunden geschafft. Wir waren so froh, wieder heil und gesund unten an unseren Auto zu stehen – den Muskelkater davon merken wir noch heute!

Erholt haben wir uns von unserem Bergdrama bei Tony in der Buscot Station bei Omarama – einem saugeilen Farmhostel. Hier haben wir foermlich mit dem Eigentuemer unter einem Dach gelebt. Noch bevor wir B gesagt hatten, hatte uns Tony auch schon in seinen Jeep gepflanzt und uns mit zum Schafscheeren genommen. Voll cool zu sehen, wie so ein Merinoschaefchen in drei Minuten seinen Pelz verliert… Eben Neuseeland.
Nach zwei herrlich verregneten Tagen sind wir gestern nach Omaru zur Ostkueste aufgebochen um dort Pinguine zu beobachten. Gestern Abned haben wir nur ein paar gehen, wie sie aus dem Wasser herauswackelten – echt putzig und das ohne Gitterstaebe. Heute Morgen waren wir noch einmal am selben Strand Muscheln sammeln. Und gleich mehrere Ueberraschungen warteten auf uns: Erstens haben wir Unmengen von Pauas (herrlich schillernde und grosse Muscheln) gefunden. Dann standen wir zweimal unverhoffter Weise vor Robben, die sich aber nicht fuer uns interessierten. Und zu guter Letzt haben wir zwei Yellow Eyed Pinguine knapp einen halben Meter vor uns gesehen – die haben sogar fuers Foto still gehalten!
Heute sind wir weiter nach Dunedin mit kurzem Halt an den Moeraki Boulders gefahren. Die Moeraki Boulders sind runde (wirklich wie Riesenbaelle) Gesteinskugeln, die sich aus dem Kuestengestein herausarbeiten und dann am Strand herumliegen. Die wohl komischste Naturerscheinung in Neuseeland – leider war das Wetter zu schlecht fuer Fotos und dank Hightide war auch nicht viel von den Kugeln zu sehen.
Dunedin – die europaeischste Stadt in NZ ueberhaupt! Wir wollen sie und morgen ansehen. Aber eines steht fest: Verkehrstechnisch, besonders Parkplatztechnisch eine absolute Katastrophe!!! Mal sehen, ob wir morgen ein Knoellchen haben…?!