Die Chester-Street-Gang

All Blacks Friday und andere wilde Parties

Christchurch, Neuseeland

Hallo ihr Lieben. Nein, wir sind noch nicht irgendwo im Pazifik verschollen sondern immer noch arbeitenderweise in Christchurch.

Dort hat sich mittlerweile ein wenig „Alltag“ eingeschlichen. Wir raffen uns jeden Tag gegen 6.00 Uhr auf um gegen 7.30 Uhr (oder so…) auf Arbeit zu sein. Mal gibt es viel zu tun und die Zeit geht ziemlich schnell rum, aber manchmal ist es auch wie stundenlang Bubble-Gum kauen. Anne ist inzwischen eine Expertin im gathern (Gardienen raffen) und dotten (punkten von spaeter zu neahenden Stoffen) geworden. Auch kann ich (Seb) mir keine bessere „Buegeltante“ mehr vorstellen… Meiner einer ist mit Tracks (Vorhangschienen) und Roman Blinds (Seitenzugrollos) und neuerdings stomping (Nieten in Gardienen stanzen) beschaeftigt. Eben Arbeitsalltag, der manchmal ganz schoen nervig sein kann – oder habt Ihr schonmal mit 30 mittelreifen Frauen in einer Werkstatt zusammengearbeitet?!

Die Wochenenden in unserer geliebten Chesterstreet entschaedigen uns allerdings dafuer.

Wollt ihr wissen WIE? – PARTIES!! Nein, nicht nur: wir geniessen auch einfach das Zusammenleben in einer WG. Denn genauso fuehlt man sich in unserem Backpacker, weil es recht klein ist (kann 15 Leute beherbergen) und bisher viele Longstayer da waren. Wir stellen euch unsere Mitbewohner mal kurz vor. Da haetten wir:

Anja, unseren Travelbuddie kennt ihr ja schon (ist uns seit Montag mal wieder abhanden gekommen, weil sie nach 5 Wochen Blumenladenarbeit mal wieder ein bisschen Urlaub braucht;-)).
Gemma, unsere kleine Prinzessin und Rugby-Expertin (durch sie sind wir alle auf den Geschmack dieses Sports gekommen), die sich innerhalb der letzten 2 Monate 10 Paar Schuhe gekauft hat (spricht fuer sich, oder?) und natuerlich auch in einem Schuhladen arbeitet.

Karen, unsere gute Hausfee, denn sie arbeitet im Backpacker. Sie nimmt ihren Job sehr ernst, sorgt regelmaessig fuer ein ausgebuchtes Haus und fuer Secondhandklamotten vom Dachboden (wir besitzen inzwischen schon „neue“ Hosen und T-Shirts. Ueberhaupt kann man sich prima hier im Haus durchschnorren, da Backpacker, die NZ von hier aus verlassen, immer mal was Brauchbares zuruecklassen).
Andy, unser Ingenieur, Ski- und Wrestlerfan, der neuerdings die Angewohnheit hat zu allem „Awesome News!“ zu sagen.

Und nicht zu vergessen Jess, die smarte Sekretaerin, die es aber faustdick hinter den Ohren hat (ein Queenstowngirl eben).
Ach ja und vor einiger Zeit gab es auch noch unsere Medizinstudenten Jonny, Rachel und Rachel, die aber leider langsam schon wieder auf dem Weg nach Hause (GB) sind.

Was machen die Kiwis am Freitag, den 13.(Juli) in Christchurch? Rugby-Spielen gegen die „Springbocks“ (Suedafrika)! Was fuer eine Hysterie in Christchurch und speziell bei den weiblichen Fans in unserem Backpacker an diesem Tag. Schon Tage zuvor war die NZ- Nationalmannschaft, die „All Blacks„, Christchurch angekommen – kurzum hier drehte sich alles nur noch um „das Spiel!“. Sogar die Zeitung war an diesem Tag (Erinnerung: Freitag, der 13.) auf ihren Tittelblatt rabenschwarz und mit „All Blacks Friday“ tituliert. Ein paar von uns waren am Samstag beim Siel im Stadium. Wir hingegen haben das Spiel in einer Sportsbar live gesehen – auf einer Mega (!!!!) Leinwand in einem ehemaligen Kino. Da kamen Erinnerungen an die WM in Germany auf. Nur dass die Kiwis ein wenig verhaltener jubelten. Nachdem „unsere Jungs“ mit Erfolg Suedafrika geschlagen haben und mit blutigen Nasen zurueck in die Kabiene marschierten, ging es fuer uns in die naechste Bar. Oder vielmehr Club. Endlich mal wieder ausgehen, was trinken und tanzen. Was folgte war eine lange Nacht, von der die letzten unserer WG gegen 5.30 Uhr morgens zurueckgekommen sind.

Am folgenden Sonntag war gemeinschaftliches Auskurieren angesagt, wobei die Bewegung an der frischen Luft natuerlich nicht fehlen durfte. Somit ist die Truppe am Nachmittag bei herrlichsten Wetter in den Park marschiert und war ausgelassen beim Frisby-Spielen und Laubschlachten zugange.
Am Naechsten Wochenende wieder Rugby in der Sportsbar und anschliessend Billard im Shooters, „unseren Club“.

Und was passiert eigentlich, wenn Briten und Deutsche eine Hausparty planen? Genau, es kommt die „70’s German Wrestler-Party heraus. Was das ist? Eine Party mit Musik aus den 70ern, grosszuegig ausgeweitet auf die 80er und 90er, mit typischem German food und verrueckten Leuten, die ein Wrestler-Outfit tragen sollen. … So geschehen am letzten Freitag in der Chester Street East.
Wer war da? Daisy Dusseldorf, Atomic Bruce, Cindy the Cat (Ratet mal, wer das war?), Jack Sparrow, Evil Blair Bitch, Bruno, Betty the Boop und viele andere. (Hintergrund der Geschicht: Beim Wrestling traegt wohl jeder Kaempfer einen bestimmten Namen. Somit kamen auch wir kurz vorm Dinner zusammen und haben uns passende Namen an den Kopf geschmissen und verteilt.)

Was wurde gegessen und getrunken? Eiersalat (a la Bieberstein … hmm … funktioniert uebrigens auch mit 22 Eiern!!), Kartoffelsalat (a la Fuchs), Fleischspezialitaeten (a la German Butcher), Saure Gurken und German Bread (a la Pack’n Save) und fuer die trockenen Kehlen Jaegermeister vom Japaner und Deutsches Becks.

Wie wurde gefeiert? Erst lange Vorbereitungsphase (Andy hat sich sogar einen Punk rasieren lassen), dann dinieren mit anschliessender self-made Light-Disco (in jeglicher Hinsicht … ein Hoch auf des Backpackers head torch) in der Kueche und als es da zu eng wurde, zogen wir in unseren Kostuemen natuerlich in den naechstbesten Club in der Innenstadt. Freakshow!